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Der Telebasel News Beitrag vom 26. Mai 2019.

Basel

«Ich will, dass sie das Rathaus kennen lernen»

Mit dem Buch «Kennst du das Basler Rathaus? Eine Entdeckungsgeschichte» führt Grossrat Oswald Inglin Kinder durch das Parlamentsgebäude.

Er ist Historiker, ehemaliger Lehrer und Konrektor, Grossrat und nun auch Kinderbuchautor. Kaum jemand kennt das Basler Parlamentsgebäude so gut wie Oswald Inglin. Seit zwölf Jahren gibt er sein Wissen an Führungen an Gross und Klein weiter. Nun sollen Kinder auch selbstständig oder mit ihren Eltern, Grosseltern oder Lehrern das Rathaus erkunden können.

Rathaus und Parlamentsbetrieb besser kennen lernen

Mit einer Vielzahl an farbigen Bildern erklärt der Politiker die Geschichte der Fassade, zeigt die prächtigen Räume im Innern des Rathauses und geht den Geschichten hinter den zahlreichen Gemälden und Wappen auf den Grund. So will er seinen Lesern auch die Funktion des Hauses und den Parlamentsbetrieb näher bringen.

Am Dienstag, 21. Mai 2019, erscheint das Buch «Kennst du das Basler Rathaus? Eine Entdeckungsgeschichte» im Christoph Merian Verlag.

Oswald Inglin ist Grossrat, Historiker und nun auch Kinderbuchautor. (Bild: grosserrat.bs.ch/Martin Friedli Fotografie)

Herr Inglin, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Kinderbuch über das Rathaus zu machen?

Oswald Inglin: Weil ich Führungen im Rathaus mache, unter anderem für Primarschulklassen, habe ich bemerkt, dass vor allem die jungen Kinder sehr interessiert sind. Es gibt ja sehr viele Wandgemälde und hinter jedem Bild steckt eine Geschichte.

Ich habe mir dann irgendwann gedacht: «Schade, dass nur die Kinder, die an die Führungen kommen, das Rathaus so kennen lernen können». So kam ich auf die Idee, ein Buch zu schreiben, mit dem die Kinder selbstständig das Rathaus erkunden können.

Wie sollen sie das denn mit dem Buch machen?

Inglin: Sie werden im Buch durch zwei lebendig gewordene Figuren, ein Junge und ein Hund, die sich als Bilder an der Marktplatzfassade befinden, durch das Rathaus geführt. Ich habe sie Basil und Bella genannt.

Was ist denn zum Beispiel eine Geschichte, die Sie besonders gerne erzählen?

Inglin: Als ich ein kleiner Junge war, bin ich jeweils mit meiner Mutter durch das Rathaus hindurch zur Martinsgasse gegangen. Im zweiten Stock des Treppenhauses gibt es ein Bild. Es stellt das Urteil des Salomon dar, und es soll die Menschen, die in diesem Haus Politik machen, daran erinnern, gerecht zu sein. Meine Mutter hat mir damals das Bild erklärt.

Da geht es um zwei Mütter, die am gleichen Tag ein Kind bekamen und Nachbarn sind. In der Nacht erdrückt die eine aus Versehen ihr Kind. Also geht sie zur Nachbarin und vertauscht heimlich ihr totes Baby mit dem lebenden. Sobald die andere Mutter den Schwindel bemerkt, gehen sie beide zu Salomon, der ein Urteil fällen muss, wer das lebende Kind bekommt. Da er nicht erkennen kann, wessen Kind es ist, ordnet er an, das lebende Kind zu halbieren und jeder Mutter eine Hälfte zu geben. Da schreit die echte Mutter auf und sagt, die andere solle das ganze Kind bekommen, so lange es so am Leben bleibt. Dadurch wusste Salomon, wer die wahre Mutter ist. Diese Geschichte hat mich damals wahnsinnig beeindruckt.

Das klingt aber sehr brutal für Primarschüler!

Inglin: Diese Geschichte ertragen sie schon. Es gibt aber natürlich andere Gerechtigkeitsbilder, die nicht für Kinder geeignet sind. Aber durch diese Bilder und das Rathaus können die Kinder und auch Erwachsene vieles aus der Bibel, der Mythologie. aber auch aus der Stadtgeschichte von Basel lernen.

Was war Ihr Hintergedanke beim Schreiben des Buches?

Inglin: Wenn man den Kindern mit einfachen Beispielen erklärt, wie die Politik funktioniert, dann verstehen sie das auch. Ich will, dass sie das Rathaus kennen lernen und so einen Bezug zur Politik und der Regierung aufbauen. Je früher das geschieht, desto nachhaltiger werden diese Erfahrungen.

Wie viel Arbeit steckt in diesem Buch?

Inglin: Das Manuskript zu schreiben, ging eigentlich relativ schnell. Ich hatte das im Jahr 2017 fertig, aber dann fing erst die richtige Arbeit an. Ich hätte nie gedacht, dass aus meinem Manuskript so etwas Tolles mit Bastelbogen und Forschungsaufgaben wird. Der Christoph Merian Verlag hat da wirklich grossartige Arbeit geleistet. Mir war einfach wichtig, dass die beiden Figuren Basil und Bella durch das Buch führen und dass Jooce Garrett sie illustriert.

Mit Basil und Bella geht es auf eine Entdeckungsrause durch das Rathaus. (Bild: Telebasel)

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