Gegen Russland sind Patrick Fischer und sein Team erneut gefordert. (Foto: Key)

International

«Russland hat mehr Waffen als Schweden»

Nach der 3:4-Niederlage gegen Schweden wartet an der Eishockey-WM der nächste grosse Brocken auf die Schweiz: Olympiasieger Russland. Anpfiff ist um 20.15 Uhr.

Russland ist auf dem Papier die stärkste Mannschaft an dieser WM. Die Offensive ist eine Ansammlung von Topstars: Alexander Owetschkin, Jewgeni Malkin, Nikita Kutscherow oder Ilja Kowaltschuk sind Garanten für Spektakel. Bislang wurden die Osteuropäer ihrer Favoritenrolle gerecht, sie sind die einzige Mannschaft an diesem Turnier, die noch keinen Punkt abgegeben hat. Das Torverhältnis lautet 26:3. Gegen die starken Tschechen setzten sich die Russen 3:0 durch. All das unterstreicht, wie schwierig die Aufgabe für die Schweizer wird.

Allerdings muss sich das Team von Trainer Patrick Fischer vor niemandem verstecken. Gegen die ebenfalls exzellent besetzten Schweden waren die Schweizer keineswegs unterlegen. Ausserdem zeigte Lettland am Samstag gegen Russland trotz der 1:3-Niederlage, dass der Rekordweltmeister durchaus verwundbar ist, insbesondere wenn er genügsam wird. Sie müssten im Vergleich zur Partie gegen Schweden nicht viel ändern, sagte Gaëtan Haas, der beste Spieler gegen die Skandinavier. Wichtig sei, nicht zuzuschauen.

Steigerung in der Defensive

Fischer fordert von seinem Team gegen Russland eine Steigerung in der Defensive im Vergleich zum Duell mit den Schweden, gegen welche die Schweizer Probleme mit den Kontern bekundeten. «Die Flügel müssen besser nach hinten arbeiten, und in der offensive Zone gilt es, sorgfältiger mit der Scheibe umzugehen, um Turnover zu vermeiden», erklärte der Nationalcoach. Grundsätzlich funktioniere das Defensivsystem, in der eigenen Zone kämen sie selten in Probleme. «Russland hat allerdings mehr Waffen als Schweden», so Fischer. Was ist entscheidend gegen die Superstars? «Ihnen keinen Raum zu geben und die Stöcke unter Kontrolle zu haben. Wir müssen miteinander verteidigen.»

Bezüglich der Special Teams plant Fischer Umstellungen. Die Effizienz im Powerplay beträgt ungenügende 16 Prozent – bei den Russen ist sie beinahe doppelt so hoch. Gegen die Schweden nutzten die Schweizer keine der sechs Überzahlmöglichkeiten. Das können sie sich gegen die Osteuropäer kaum leisten. Im Tor soll Leonardo Genoni die siebente Niederlage in Folge gegen die Russen verhindern. An Weltmeisterschaften verloren die Schweizer gar achtmal hintereinander. Der letzte Sieg datiert vom 3. Mai 2000 in St. Petersburg (3:2) – 2005 in Wien gab es noch ein 3:3.

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