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Der Telebasel News-Beitrag zum Ozeanium-Nein vom 19. Mai 2019.

Basel

«Gegner-Kampagne war unter der Gürtellinie»

Die Basler Stimmbevölkerung erteilt dem Ozeanium-Projekt eine deutliche Abfuhr. Ein Ja gibt es zum Neubau für das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv.

Die Vorlage für das Grossaquarium Ozeanium des Basler Zollis kam bei den brieflich Stimmenden auf eine Nein-Mehrheit von 54,25 Prozent. Da im Stadtkanton jeweils nur wenige Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimmen persönlich an der Urne abgeben, dürfte sich an diesem Resultat kaum mehr etwas ändern.

Die Ozeanium-Vorlage, gegen die das Grüne Bündnis und Umweltschutzorganisationen das Referendum ergriffen hatten, war sehr umstritten. Bei der heftig geführten Debatte ging es aber meist nicht um die baurechtlichen oder städtebaulichen Fragen, über die eigentlich abgestimmt wurde, sondern um tierschützerische Aspekte.

Der Bau des Ozeaniums hätte 100 Millionen Franken gekostet, die der Zolli aus privaten Spenden auftreiben wollte.

Zolli enttäuscht

Zoo-Direktor Olivier Pagan ist enttäuscht über das Nein: «Wir haben natürlich seit mehr als zehn Jahren viel Herzblut in das Projekt Ozeanium gesteckt, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht enttäuscht bin. Es ist insbesondere deshalb schade, weil wir eigentlich genau das Ziel verfolgen, das vielen Gegnerorganisationen laut eigenen Aussagen am Herzen liegt: den Schutz der Meere».

Zolli-Direktor Olivier Pagan über den Entscheid des Basler Stimmvolks. (Video: Telebasel)

In einer Stellungnahme schreibt der Zolli weiter, dass er einen Ort schaffen wollte, in dem die Besuchenden in die faszinierende Unterwasserwelt eintauchen können und gleichzeitig etwas über die Gefährdung und den Schutz der Meere lernen. Aufgrund der heutigen Abstimmung ist das Projekt nun gestoppt.

Aus Sicht des Zollis ist damit den Weltmeeren nicht gedient, denn ohne das Ozeanium wird das Thema in der Bevölkerung nicht dieselbe Aufmerksamkeit geniessen.

Topverdiener-Steuer angenommen

Eine deutliche Mehrheit von 59.75 Prozent der brieflichen Ja-Stimmen erzielte der 214-Millionen-Franken-Kredit für den Neubau des Naturhistorischen Museums und des Staatsarchivs. Gegen diesen Kredit hatte die SVP das Referendum ergriffen.

Beim Museums- und Archivneubau waren vor allem die hohen Kosten umstritten. Bemängelt wurde überdies, dass das heute im Stadtzentrum untergebrachte Museum ins Aussenquartier St. Johann umziehen muss.

Die Initiative für eine Topverdiener-Steuer der JUSO wird überraschend angenommen. Sie kam auf 52,35 Prozent der brieflichen Ja-Stimmen.

Der Telebasel News-Beitrag zum Ja zur Topverdiener-Steuer vom 19. Mai 2019.

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