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Der Telebasel News 18. Mai 2019.

Basel

Marsch gegen Grosskonzerne Syngenta und Bayer

Am Samstag demonstrierten in Basel Verbände und Organisationen für eine gerechte und ökologische Landwirtschaft und gegen die Grosskonzerne Bayer und Syngenta.

Rund 2000 Menschen sind am Samstag in Basel laut Angaben der Organisatoren für eine ökologischere und sozialere Landwirtschaft auf die Strasse gegangen. Ihr lautstarker und bunter Protest richtete sich gegen die Agrochemiekonzerne und deren «zerstörerische Macht».

Im Rahmen einer weltweiten Bewegung gegen die auf gentechnisch verändertes Saatgut und Pestizide spezialisierten Agrochemiekonzerne zog in Basel ein friedlicher Demonstrationszug durch die Stadt. Die Kundgebung begann am Barfüsserplatz und führte von dort aus via Marktplatz, Mittlere Brücke und Claraplatz zum Konzernsitz von Syngenta gegenüber dem Badischen Bahnhof.

Die 2017 von der chinesischen ChemChina übernommene Syngenta ist einer der von den Kundgebungsteilnehmer angeprangerten Konzerne. Im Schussfeld standen auch die ebenfalls in Basel vertretenen globalen Agrochemieplayer BASF und Bayer. Die deutsche Bayer hatte 2018 den US-Konzern Monsanto übernommen. Monsanto war es auch, die der Bewegung gegen die Agroindustrie einst den Namen gegeben hat.

Fünfte Demonstration

Was vor Jahren unter dem Label «March against Monsanto» begonnen hatte, geht nun als «March against Bayer & Syngenta» weiter. Ins Zentrum der mittlerweile fünften solchen Demonstration rückten die Veranstalter «die durch die industrielle Landwirtschaft befeuerte Klimakatastrophe und das rapide voranschreitende Insektensterben», wie es in einem Communiqué heisst.

Unterstützt wurde der von den Behörden bewilligte Marsch nach Angaben der Initianten von mehr als 50 Organisationen aus der Schweiz und aus Süddeutschland, darunter auch SP, Grüne und Gewerkschaften. Unterwegs wandten sich Vertreterinnen und Vertreter beispielsweise von der Klima Allianz und Public Eye in Reden an die Demonstrierenden.

Internationale Proteste

Auch in den französischen Städten Bordeaux, Paris und Toulouse demonstrierten am Samstag Hunderte Menschen gegen den US-Saatguthersteller Monsanto und seinen Mutterkonzern Bayer.

Auch in Hamburg fand eine Kundgebung statt, an der knapp 100 Menschen teilnahmen. Nach Angaben der Veranstalter waren weitere Proteste in Europa unter anderem in Portugal und Serbien geplant. Proteste sollte es ausserdem in Indien, in Mexiko, Chile, Argentinien und Australien sowie in den USA geben.

(Bild: Telebasel) 

Die Demonstranten fordern, dass der Einsatz von Pestiziden gestoppt werde. Sie kritisieren, dass die gesamte Grundlage unserer Ernährung in der Hand weniger Konzerne liege. Weiter wird die Abholzung des Regenwaldes kritisiert. Die Schweiz dürfe kein Freihandelsabkommen mit Brasilien/Mercosur abschliessen, solange unter Präsident Jair Bolsonaro Menschenrechnte verletzt und das Pariser Klimaabkommen sabotiert werde. Und: Der Klimawandel müsse gestoppt werden. Denn: Über 30 Prozent der weltweit ausgestossenen Treibhausgase würden aus der industriellen Landwirtschaft kommen, so die Demonstranten weiter.

Syngenta ist offen für Dialog

Bei Syngenta in Basel heisst es, man sei grundsätzlich immer offen für den Dialog. «Es geht aber darum, dass wir über Lösungsmöglichkeiten reden möchten und nicht über Ideologie», sagt Roman Mazzotta, Länderpräsident Syngenta Schweiz, gegenüber Telebasel. Und auf die Vorwürfe der Demonstranten angesprochen: «Ernährung und die Produktion von Lebensmitteln ist ein hochkontroverses Thema. Die Emotionen gehen hoch. Wir sind der Meinung, wir stehen für Innovation und forschen auf den angesprochenen Gebieten. Wir haben Lösungen anzubieten», so Mazzotta weiter. Es werde an neuen Züchtungen im Saatgutbereich geforscht und neue Produkte im Pflanzenschutzbereich würden auf dem Markt gebracht. Das seien nur ein paar Lösungen für die Zukunft.

1 Kommentar

  1. Diese Demonstranten sind satte und verwöhnte Idealisten. Wir leben nicht mehr im Paradies. Die wachsende und gefrässige Menschheit braucht die Agrartechnologie. Es müssen z.B resitente, ertragreiche umweltverträgliche Nahrungspflanzen entwickelt werden, die auch auf trockenen und versalzten Böden wachsen. Das kostet etwas. Die Mitarbeiter der “bösen Agrokonzerne” machen diese Entwicklungsarbeit nicht gratis.Report

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