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Ein Gespräch mit Gastronom Roger Greiner über Insekten-Food, Nachhaltigkeit und Schweizer Essgewohnheiten. (Video: Telebasel)

Basel

«Insekten sind immer noch ein Erlebnis-Essen»

Seit eineinhalb Jahren werden im «Bug a Thai» im Klara nun schon Insekten verkauft. Bis sie zur Alltagskost werden, könnte es aber noch Generationen dauern.

Seit Mai 2017 dürfen Insekten in der Schweiz als Lebensmittel verkauft werden. Von den unzähligen Insekten-Arten können bis dato jedoch lediglich drei hierzulande angeboten werden. Grillen, europäische Wanderheuschrecken und Mehlwürmer dürfen unter bestimmten Voraussetzungen als ganze Tiere, zerkleinert oder gemahlen an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

Neben grossen Playern wie Coop und Migros sind auch vereinzelt Gastronomen auf den Zug aufgesprungen. In Basel war Roger Greiner der erste, der fixfertige Insekten-Gerichte an den Mann brachte. Von einer Food-Revolution könne aber noch nicht die Rede sein.

«Uns war von Anfang an klar, dass Insekten alleine nicht das Geschäft machen würden, deswegen haben wir sie mit der thailändischen Küche, die sowieso schon Insekten verwendet, kombiniert», erklärt Greiner. Rund jede fünfte Bestellung sei eine, die aus Krabbeltieren zubereitet ist, schätzt Greiner. Für den Anfang findet er das gar nicht mal so schlecht.

Konservative Schweizer

«Es ist klar. Insekten sind immer noch ein Erlebnis-Essen». Viele kämen ins Bug a Thai, um endlich mal Insekten zu probieren, die Wenigsten kommen täglich für einen Krabbel-Burger vorbei. Dies obwohl Insekten an Nachhaltigkeit kaum zu übertreffen sind.

Einerseits verbrauchen sie wenig Wassern und Energie in der Herstellung, andererseits sind sie so klein, dass auch beim Transport nicht viele Ressourcen verbraucht werden. Nun da Klima-Demos beinahe monatlich durchgeführt werden, das Bewusstsein für die Umwelt stäker denn je in der Gesellschaft verankert ist, könnte man meinen, Insekten erfreuen sich grösserer Beliebtheit.

«Davon merken wir eigentlich nichts», so Greiner. Der Schweizer sei ein Gewöhnungstier und eher skeptisch gegenüber Neuem. Sobald viele Ausländer in der STadt Weilen, sehe das anders aus: «Während der Art zum Beispiel läuft das Geschäft mit den Insektenburgern viel besser.»

Telebasel Themenwoche Food-Wahn

Immer mehr Menschen achten auf ihre Ernährung. Power- und Street Food sind längst in den Alltag eingezogen. Es scheint, als erhalte Essen und Ernährung einen immer wichtigeren Stellenwert in der Gesellschaft. In der Telebasel Themenwoche Food-Wahn gehen wir den extremen Formen der Ernährung, sowie den Problemen die daraus entstehen, nach. Weiter werden aktuelle kulinarische Entwicklungen wie die Verbreitung von Food Trucks thematisiert.

Vom 20. bis 24. Mai 2019 in den Telebasel News um 18:30 Uhr und stündlich ab 19 Uhr, sowie im Telebasel Report am 22. Mai 2019 ab stündlich ab 19:40 Uhr und in einer Spezialsendung am 25. Mai 2019 stündlich ab 19:15 Uhr. Dazu laufend Interessantes zum Thema Food auf telebasel.ch.

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