Featured Video Play Icon
Der Telebasel Report vom 15. Mai 2019.

Basel

Report: Humor im Altersheim

Spezielle Clowns besuchen betagte Menschen im Altersheim. Das Resultat ist fantastisch.

Ein Lächeln. Für manche Angehörige demenzbetroffener Menschen ist dies bereits das höchste der Gefühle. Oma, Mama oder der Bruder – oft geistig komplett abwesend – zeigen mit einem kurzen Lächeln, dass sie noch da sind. Denn das sind sie: noch da.

Clown Hugi im Altersheim Alban-Breite in Basel. (Bild: Telebasel)

Begegnungsclowns im Altersheim

Möglichst vielen betagten Menschen ein solches Lächeln zu schenken, das ist das Ziel der Basler Stiftung Humor und Gesundheit. Beat Hänni ist Präsident der Stiftung und überzeugt: «Humor kennt kein Alter».

Die Stiftung unterstützt unter anderem spezielle Begegnungsclowns, die besonders von Demenz betroffene Menschen in Altersheimen besuchen, um deren inneren Humor zu mobilisieren. «Humor in diesem Sinne meint nicht plumpes Witze-Erzählen oder Rumalbern – Humor, wie wir ihn verstehen, ist eine innere Haltung», sagt Beat Hänni. Es gehe darum, selbst die schwierigen Momente des Lebens leicht nehmen zu können, – «gerade die schwierigen», präzisiert Hänni.

Beat Hänni, Präsident der Stiftung Humor und Gesundheit, an der Humorschulung in Basel. (Bild: Telebasel)

Wenig Witz, dafür Musik

Die CareClowns des Vereins HumorCare sind demnach keine Unterhaltungsclowns. Sie werden speziell im Umgang mit betagten und von Demenz betroffenen Menschen geschult. Anstatt billiger Schenkelklopfer, bedienen sie sich Hilfsmittel, mit denen sie sämtliche Sinne ansprechen können: «Oft sind es einfache Berührungen, Musik oder Düfte, die demente Menschen ansprechen», sagt Beat Hänni. So versuchen die Begegnungsclowns beispielsweise die heiteren Fenster der Jugend nochmals zu öffnen und so freudige Erinnerungen wiederzubeleben.

Selbst schwer demente Menschen reagieren gemäss Studie der Uni Zürich auf die Begegnungsclowns. (Bild: Telebasel)

Wirkung wissenschaftlich belegt

Aber was können Clowns bei Menschen, die kaum mehr sprechen, deren kognitive Fähigkeiten immer mehr verloren gehen, überhaupt noch bewirken? «Eine Menge», sagt Jennifer Hofmann von der Universität Zürich. Sie hat wissenschaftlich untersucht, inwiefern Begegnungsclowns bei Demenzbetroffenen etwas auslösen. Die Antwort ist eindeutig: «Zwar haben nicht alle auf dasselbe angesprochen, aber reagiert haben nahezu alle». Gerade mit Musik habe man selbst bei von Demenz Betroffenen in fortgeschrittenem Stadium noch Reaktionen festgestellt.

Beat Hänni und seiner Stiftung gibt das Auftrieb für die Zukunft. Sie fördern nun auch vermehrt Mitarbeiterschulungen in Alters- und Pflegeheimen. Denn, so sagt Hänni: «Von einem humorvollen Umgang im Altersheim profitieren letztlich alle».

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*