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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Mai 2019.

Basel

Ständerat: «Die Segel streichen? Ganz sicher nicht!»

Die SVP-Kandidatur für den Basler Ständeratssitz könnte den Bürgerlichen zum Verhängnis werden. Jetzt kontert LDP-Kandidatin Patricia von Falkenstein.

Die Mathematik ist einfach: Mit der Kandidatur von Gianna Hablützel-Bürki teilen sich zwei Kandidatinnen die Stimmen im bürgerlichen Lager. Man könnte auch sagen: Damit hat Eva Herzog die Wahl schon gewonnen.

«Ich finde es natürlich schade, dass nicht alle nicht-linken Kräfte sich zusammentun, das wäre viel besser gewesen, das hätte die Chance erhöht. Aber jetzt erst recht, ich freue mich auf diesen Wahlkampf», sagte LDP-Kandidatin Patricia von Falkenstein heute gegenüber Telebasel.

Wie reagierte sie gestern Abend auf die Nachricht einer weiteren bürgerlichen Kandidatur? «Ein bisschen enttäuscht, überrascht – ein wenig ‘hässig’ natürlich auch. In einer Demokratie darf natürlich jede Partei jemanden aufstellen. Aber es ist wirklich schade, dass man sich nicht zusammenraufen konnte gegen Links um diesen Sitz endlich zurückzuholen.»

Harsche Kritik der bürgerlichen Parteien

Die anderen bürgerlichen Parteien zeigen sich über die Nomination Hablützel-Bürkis nicht erfreut. Man sei «enttäuscht, dass die SVP Basel-Stadt beschlossen hat, mit einer eigenen Kandidatur in die Ständeratswahlen zu gehen», schreiben BDP, CVP, FDP, GLP und LDP nur wenig später in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Sie sehen die Wahl eines bürgerlichen Ständerats insgesamt gefährdet: «Durch dieses Vorgehen der SVP erhöhen sich die Wahlchancen der SP-Kandidatur», sind sie überzeugt.

Gianna Hablützel-Bürki wurde am Donnerstagabend von ihrer Kantonalpartei offiziell nominiert. Hablützel-Bürki ist seit 2016 Mitglied des Grossen Rates und vertritt die SVP in der Regiokommission und Disziplinarkommission.

In ihrer früheren Karriere als Spitzensportlerin hat sie unter anderem zwei Mal Silber an den Olympischen Sommerspielen in Sydney gewonnen und ist damit die erfolgreichste Schweizer Fechterin aller Zeiten.

Frehner nur Zweitletzter

Hablützel-Bürki wird nebst dem Ständerat auch für den Nationalrat kandidieren. Daneben hat die Basler SVP die grosse Kammer folgende Kandidaten nominiert: Sebastian Frehner (bisher), Pascal Brenneisen, Eduard Rutschmann und Felix Wehrli.

Pikant: Der amtierende Basler SVP-Nationalrat Sebastian Frehner erreichte in der internen Ausmarchung nur den zweitletzten Platz auf der Nationalratsliste, weit hinter Hablützel und Rutschmann. Weniger Stimmen hatte nur noch der ehemalige Novartis-Schweiz-Chef Pascal Brenneisen, wie Telebasel-Recherchen ergaben.

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