Basel

Nach Pneu-Skandal: Chauffeure dürfen Busse stehen lassen

Ein Reifen in desolatem Zustand sorgte Anfang Jahr für Aufruhr. Neu müssen BVB-Chauffeure ein «Fahrzeug in nicht-verkehrssicherem Zustand» stehen lassen.

Ein BVB-Kleinbus war mit abgefahrenem Reifen im Dienste der BVB unterwegs. Telebasel berichtete. Nun berichten die BVB, dass die Untersuchungen zum Vorfall abgeschossen seien und entsprechende Massnahmen eingeleitet wurden.

Nicht sichere Fahrzeuge stehen lassen

Neben Anpassungen von Werkstatt-Prozessen und internen Schulungen, sei es den Chauffeuren neu erlaubt, «eine Weiterfahrt mit Fahrgästen zu unterlassen, sofern sich das Fahrzeug in einem nicht-verkehrssicheren Zustand befindet», schreiben die BVB in einer Mitteilung. Sprich: Die Chauffeure dürfen den Bus stehen lassen, wenn sie Mängel am Fahrzeug entdecken.

Das ist passiert

Im Januar ergab eine Kontrolle in der Garage, dass beim betroffenen Bus die Spureinstellung der Lenkung nicht ganz korrekt eingestellt war. Daher beschlossen die Verantwortlichen, das Fahrzeug in die Werkstatt zu schicken. Wie Benjamin Schmid sagte, waren die Reifen zu jenem Zeitpunkt noch fahrtauglich. In den folgenden Tagen hätten sie sich aber als Folge der mangelhaften Spureinstellung weiter abgenutzt.

Womöglich Fehler bei der Mess-Einrichtung

Wie der BVB-Sprecher festhält, werden sämtliche Fahrzeuge der BVB regelmässig gewartet und kontrolliert. Dabei werden die Profile der Pneus täglich automatisch geprüft. Genau hier muss etwas schief gelaufen sein. «Auf Grund des Vorfalls wurde die vollautomatische Messeinrichtung nun nochmals geprüft», so Benjamin Schmid.

1 Kommentar

  1. Zitat: ” neu erlaubt, «eine Weiterfahrt mit Fahrgästen zu unterlassen, sofern sich das Fahrzeug in einem nicht-verkehrssicheren Zustand befindet»,
    Laut Verkehrsordnung MUSS ein Chauffeur generell die Weiterfahrt mit Fahrgästen verweigern, wenn das Fahrzeug nicht verkehrssicher ist. Auch ohne Fahrgäste wird ein Chauffeur gebüsst und sein nicht verkehrssicheres Fahrzeug wird sofort aus dem Verkehr gezogen.
    Wird er in einen Unfall verwickelt – auch wenn er unschauldig daran ist, verweigert die Versicherung die Zahlung.
    Die BVB gibt offensichtlich zu, dass sie beis anhin gegen die Strassenverkehrsordnung verstiess, indem vor diesem Vorfall die Chauffeure gezwungen wurden, mit nicht verkehrsfähigen Fahrzeugen Personen zu befördern. Ich hoffe, die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Gefärdung und Zwang.Report

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