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Basel

Basler Fussball-Chaot (25) vor Gericht

Ein FCB-Anhänger (25) steht am Donnerstag vor Strafgericht. Ihm wird Gewalt und Drohung gegen Behörden am Spiel im Oktober 2013 gegen Schalke 04 vorgeworfen.

Fussballfans werden sich erinnern: Es war der Abend des 1. Oktobers 2013, als im Rahmen der Champions League im Joggeli der FC Basel  gegen Schalke 04 spielte. Der FCB verlor 0:1. Der Anpfiff war für 20:45 Uhr vorgesehen. Bereits einige Zeit vor Spielbeginn riegelte die Kantonspolizei Basel-Stadt mit Verstärkung aus den Nachbarkantonen die St. Jakobs-Strasse bei der Kreuzung zur Brüglingerstrasse/Gellertstrasse auf beide Seiten hin ab.

So sollte ein Aufeinandertreffen der von der Innenstadt in einem Fanmarsch zum Stadion marschierenden Fans des FC Schalke 04 und der in der Nähe des Stadion wartenden Basler Anhänger verhindert werden.

Fans trugen Sturmmasken

Kurz nach 18:30 Uhr kamen mehrere Dutzend vermummte Anhänger des FCB vor dem Stadion an der St. Jakobs-Strasse auf Höhe des Gartenbads St. Jakob zusammen. Die Gruppe bewegte sich gemeinsam in Richtung der abgeriegelten Kreuzung auf der Gellertstrasse, um durch die Meute rennend zu den gegenerischen Fans zu gelangen.

Ein heute 25-jähriger Mann, der nun vor Gericht steht, war gemäss Anklageschrift spätestens ab diesem Zeitpunkt dabei. Auch er soll wie die anderen eine Sturmmaske getragen haben. Die FCB-Fans hätten erneut mehrfach versucht, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen – bis sich die Polizei gezwungen sah, Gummischrot einzusetzen. Die Basler Fans hätten die Gegner aber weiterhin lautstark provoziert.

Gewaltsamer Mob gegen Polizei

Unterdessen hatte sich unter den Basler Anhängern ein gewaltsamer Mob gebildet, der erneut versuchte, die Polizeikette zu durchbrechen. Die Polizei setzte wieder Gummitschrot ein, musste den Einsatz aber unterbrechen, um es unbeteiligten Passanten, die zwischen die Fronten geraten waren, zu ermöglichen, sich in Sicherheit zu bringen. Das hätten die Chaoten genutzt, um erneut Polizisten anzugreifen und gegen die Fans aus Deutschland zu pöbeln. Diese Szenerie soll sich gemäss Anklageschrift mehrfach wiederholt haben.

Es flogen Gegenstände – und immer wieder Gummischrot. Der junge Mann, der heute wegen jenes Abends vor Gericht steht, soll an vorderster Front mit dabei gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten, diese sei aufzuschieben bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Schlägereien im Wald

Zudem muss sich der Mann wegen Raufhandels vor Strafgericht verantworten. Er soll am 8. September 2012 an einer Schlägerei zwischen Fussballfans in einem Waldstück bei Müllheim (Deutschland) beteiligt gewesen sein.

Innerhalb von einer halben Minute seinen zahlreiche Faustschläge und Tritte gegen teils wehrlos am Boden liegende Konkurrenten ausgeteilt worden. Es gab mehrere zumindest leicht Verletzte.

Weshalb es so lange gedauert hat, bis die Gerichtsverhandlung stattfindet und warum gerade dieser Mann sich vor Gericht verantworten muss, wird sich anlässlich der Verhandlung von heute zeigen.

Mehr dazu ab 18:30 Uhr in den Telebasel News vom 9. Mai 2019.

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