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Der Telebasel News-Beitrag vom 7. Mai 2019.

Basel

Apotheker in Aufruhr

Die Apotheker in der Schweiz kämpfen. Sie wollen die vorgesehene Margensenkung des Bundesrats verhindern. Diese treibe sie in den Ruin.

Es ist eine Beerdigung mitten auf dem Neuweilerplatz in Basel. Symbolisch. Dahinter steht der Apothekenverband, der heute in der ganzen Schweiz Unterschriften für seine Petition sammelt. Der Bundesrat will die Gesundheitskosten senken und die Margen auf Medikamente kürzen. Michael Tscheulin, Geschäftsführer der Neubad-Apotheke ist sicher: Das ist für viele Apotheken ein Todesurteil.

«Bereits heute ist jede vierte bis fünfte Apotheke defizitär. Ein weiterer Abbau von Vertriebsmargen und Preissenkungen von Medikamenten würden noch mehr Apotheken in den defizitären Strudel ziehen. Apotheken-Schliessungen wären die Folge.» Betroffen wären vor allem Apotheken in Quartieren oder auf dem Land, die für einen breiten Teil der Bevölkerung auch rezeptpflichtige Medikamente führten.

Folge: Weniger Medikamente

Über die Hälfte aller Medikamente, die Apotheken verkaufen, kosten unter 25 Franken. Gerade in diesem Bereich sollen die Margen für die Apotheken kleiner werden. Michael Tscheulin sagt, dann würde auch das Sortiment für die Kunden kleiner. Denn es lohne sich bei vielen Medikamenten dann gar nicht mehr, diese rentabel zu verkaufen.

Insgesamt 43 Millionen Franken erhofft sich der Bund unter anderem mit Margensenkung bei den Apotheken einsparen zu können. In Bern sitzt die Basler SP-Nationalrätin Silvia Schenker in der zuständigen Gesundheitskommission. Sie findet: Die Apotheken müssten sich vom reinen Medikamentengeschäft verabschieden. «Die Frage ist einfach, muss das über die Medikamentenkosten gehen, kann man da nicht andere Wege finden, wie Apotheken eine Rolle im Gesundheitswesen speilen können», so Schenker.

Neue Aufgaben für Apotheken

Konkret sollen Apotheken auch für Beratungsleistungen bezahlt werden. Sie könnten noch stärker als Anlaufstation für Kranke dienen und damit die Notfallstationen entlasten. Das könnte dann insgesamt wiederum mehr Kosten sparen im Gesundheitswesen.

Dazu läuft in Bern gerade ein politischer Vorstoss, der laut Silvia Schenker breit unterstützt werde. Für Michael Tscheulin und die anderen Apotheker ist das im Moment ein kleiner Trost. Sie hoffen, dass der Bundesrat einlenkt und die Margen bis auf weiteres auf dem heutigen Niveau belässt.

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