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Der Sonntags-Talk vom 5. Mai 2019.

Basel

Ozeanium-Streit, Züge statt Flüge und Gym-Ranking

Im Sonnatgs-Talk diskutieren Michèle Binswanger, David Schärer und Pascal Brenneisen über das Ozeanium, Züge statt Flüge und ein Gym-Ranking.

Ozeanium: Der Superstreit

Wann je wurde eine Vorlage hitziger diskutiert als das geplante Grossaquarium an der Heuwaage? Gestritten wird quer durch alle Lager. Die Befürworter ballern mit einer nie gesehenen Promi-Parade, die Gegner mit Live-Aktionen. Warum dieses Gefecht?

Die Finanzierung und die Betriebskosten des Ozeaniums belasten den Steuerzahler nicht. Aber die Gegner sagen: Das hiess es auch beim Erweiterungsbau des Kunstmuseums – und es stimmte nicht. Weiter: Der Zolli kann mit seiner langjährigen Erfahrung das Tierwohl der gefangenen Tiere sicherstellen. Aber die Tierschützer sagen: Stimmt nicht. Und zudem ist ein Aquarium kein natürlicher Lebensraum.

Telebasel fragt: Ist Basel zu kleinmütig für Grossprojekte geworden? Oder ist die Tiershow ein veraltetes Konzept für ein Binnenland ohne Meer-Beziehung?

Kurzstreckenflüge auf die Schiene verlagern?

SP-Nationalrat Thomas Hardegger fordert bei der Kurzstrecke eine Verlagerung vom Flugzeug auf die Schiene. Am kommenden Mittwoch kommt das Geschäft gemäss Tagesordnung in den Nationalrat. Damit muss insbesondere die FDP ihr Gesicht zeigen, die ja nach einer Basis-Befragung zum grossen Schwenk ansetzen will.

Die SP sagt: «Wer die Strecke Zürich-Paris mit dem Flugzeug statt dem Zug zurücklegt, stösst bis zu 15 Mal mehr CO2 aus. Der Bund soll Massnahmen ergreifen, damit die Preise für Kurzstreckenflüge deren wahre Kosten abbilden».

Telebasel fragt: Dann fliegen nur noch die, die es sich leisten können?

Ranking für Gymnasien?

Die CVP-Nationalrätin Andrea Gmür will ein Gymnasiums-Ranking. Sie fordert, dass der Bund künftig den Studienerfolg der Abgänger unterschiedlicher Gymnasien veröffentlicht. Die Zahlen liegen dem Bund vor. Sie sind allerdings ausschliesslich für einzelne Kantone abrufbar.

Gmürs Motion passierte den Nationalrat mit 181 zu 3 Stimmen. Aber diese Woche winkte die zuständige Ständeratskommission ab. «Wir wollen keine Ranking-Kultur wie in den USA», begründet Kommissionspräsident Ruedi Noser das klare Nein. Der Erfolg eines Gymnasiums messe sich nicht nur an der Studierfähigkeit, sondern auch an der Persönlichkeitsentwicklung der Absolventen, sagt der Zürcher FDP-Ständerat.

«Der Entscheid der Ständeratskommission ist völlig unverständlich», sagt Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch.

Telebasel fragt: Warum sollen wir nicht wissen dürfen, welches die besten Gymnasium sind? Oder förderte dies einen Bildungs-Wettbewerb allein nach wirtschaftlichen Kriterien?

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