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Der Telebasel News-Beitrag vom 3. Mai 2019.

Basel

Frankreich verspricht mehr Sicherheit

Die Tramlinie 3 fährt nachts wegen Sicherheitsbedenken nicht mehr nach Frankreich. Jetzt lenkt Saint-Louis zähneknirschend ein, damit das Tram wieder fährt.

Frankreich reagiert. Nach Verhandlungen am Freitagnachmittag mit den Verantwortlichen der BVB, kündet man in Saint-Louis an, das Sicherheitsdispositiv am Bahnhof zu verstärken. Ausserdem soll die Videoüberwachung entlang der Tramstrecke auf französischer Seite verstärkt werden. Das teilt die Agglomération de Saint-Louis heute Abend in einer Mitteilung mit.

Es sei aber keine Übereinkunft mit den BVB getroffen worden, dass die 3er-Strecke nachts schnell wieder in Betrieb genommen würde. Für die Pendler werde die Stadt St. Louis Busse bereit stellen.

Nach mehrmaligen Übergriffen auf Tramchauffeure trotz extra angestellten Sicherheitspersonals haben die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) die Reissleine gezogen. Ab 20 Uhr fährt der 3er nur noch bis an die Burgfeldergrenze und nicht mehr nach Frankreich. Für Bruno Stehrenberger, Leiter Verkehr der BVB, war die Sicherheit der Mitarbeiter nicht mehr garantiert.

«Wir haben seit rund zwei Wochen eine massive Häufung sicherheitsrelevanter Vorfälle zu verzeichneten. Das Ganze gipfelte darin, dass wir mehrfach Angriffe mit Laserpointern hatten und eine Mitarbeiterin schwere Augenverletzungen davontrug», so Stehrenberger. Die Mitarbeiterin hatte Glück im Unglück und wird keine bleibenden Schäden am Auge haben.

Keine Sicherheit in Frankreich

Schon vor einem halben Jahr kam es immer wieder zu Zwischenfällen. Darum haben die BVB in der Nacht Sicherheitspersonal für die Strecke nach Frankreich aufgeboten. Die Sicherheitskosten für Securitas in den Trams wurden vollständig von den BVB getragen. Die Kollegen in Frankreich hätten die ganze Sicherheitsfrage aber wenig gekümmert, sagt Stehrenberger heute.

Vor ein paar Tagen trafen sich die BVB mit Verantwortlichen aus St. Louis. «Uns wurde zugesichert, dass Sofortmassnahmen ergriffen werden. Die blieben aber bis heute aus, deshalb haben wir nun entschieden den Betrieb einzustellen.»

In Saint-Louis ist man überrascht

In St. Louis versteht Alain Girny die Welt nicht mehr. Der Präsident der zuständigen Agglomeration de Saint-Louis sagt, er habe von nichts gewusst. «Die BVB haben uns nicht informiert. Ich habe erst gestern Abend Informationen erhalten, als ich den BVB-Chef Erich Lagler angerufen habe. Und das, nachdem ich aus der Presse erfahren habe, was vor sich geht.» Für Girny ist das unverständlich. «Ich finde, die BVB hätten uns zumindest im Vorhinein informieren müssen.»

Alain Girny nervt sich, dass auch die französischen Pendler nicht informiert wurden und von der Grenze drei Kilometer zu Fuss zu ihrem Auto am Bahnhof gehen mussten. Frankreich habe nämlich durchaus die Sicherheit verbessert. Ein allgemeines Sicherheitsproblem gebe es aber nicht. «Das ist ein Problem kleiner Gruppen, die in allen Städten  existieren. Ich weiss, dass es die gleichen Probleme auch auf Basler Seite gibt.»

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