(Bild: Pixabey)

Basel

20 Gene mit Bezug zur bipolaren Störung identifiziert

Menschen mit bipolarer Störung wechseln zwischen manischen und depressiven Episoden. Eine Basler Studie identifizierte nun Gene, die mit damit zusammenhängen.

Eine von hundert Personen erkrankt im Laufe des Lebens an einer bipolaren Störung. Genetik spielt dabei eine wichtige Rolle: Aus früheren Studien ist bekannt, dass offenbar viele verschiedene Gene zur Krankheitsentstehung beitragen.

In einer gross angelegten Untersuchung hat ein internationales Forschungsteam nun zwanzig neue Regionen im Erbgut identifiziert, die an der manisch-depressiven Krankheit beteiligt sind. Davon berichten sie im Fachblatt «Nature Genetics».

Für die Studie verglichen die Forschenden, darunter Sven Cichon vom Universitätsspital und der Universität Basel mit seinem Team, das Erbgut von 30’000 Patienten und 170’000 Kontrollpersonen. Ziel war, kleine Unterschiede im Erbgut aufzuspüren, die bei den Patienten gehäuft vorkommen, bei Kontrollpersonen jedoch deutlich weniger. Diese Art von Studie bezeichnen Fachleute als «genomweite Assoziationsstudie».

Insgesamt identifizierte das Forschungskonsortium 30 Erbgut-Regionen mit Bezug zur bipolaren Störung, 20 davon waren zuvor noch nicht mit der Erkrankung in Verbindung gebracht worden, teilte die Universität Basel mit.

Insulin- und Schmerzregulation beteiligt

Sven Cichon und sein Team waren demnach insbesondere daran beteiligt, die Daten auszuwerten und herauszufinden, welche biologische Funktion die Gene in den identifizierten Erbgu-Abschnitten haben.

Beispielsweise enthalten die besagten Gene den Bauplan für Ionenkanäle, die die Aktivität von Neuronen beeinflussen. Zudem lieferte die Analyse erstmals Hinweise, dass auch die Regulation von Insulin und Faktoren der körpereigenen Schmerzregulation mit der Krankheitsentstehung in Verbindung stehen.

Ausserdem zeigte die Studie, dass sich die Unterschiede zwischen zwei klinisch unterscheidbaren Typen von bipolarer Störung auch im Erbgut widerspiegeln. Der Typ 1, der mit ausgeprägteren manischen und depressiven Phasen einhergeht, ähnele auf genetischer Ebene eher der Schizophrenie, schrieb die Uni Basel. Typ 2, der milder verläuft, zeige genetisch eher Hinweise auf eine Verwandtschaft mit der Depression.

Genomweite Assoziationsstudien liefern wichtige Anhaltspunkte zu den biologischen Grundlagen von Erkrankungen und können so auch auf Angriffspunkte für neue Medikamente hindeuten.

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