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Der Telebasel Talk mit Toya Krummenacher vom 1. Mai 2019.

Basel

Wozu brauchen wir den 1. Mai?

Keck forderte der Arbeitgeberverband die Abschaffung des Feiertags. Bei den Gewerkschaften ist man immer noch wütend. Toya Krummenacher nimmt Stellung.

«Arroganter Arbeitgeberverband» titeln der Basler und Baselbieter Gewerkschaftsbund. Die enervierte Medienmitteilung steht seit dem 10. April an oberster Stelle ihrer gemeinsamen Plattform. Hintergrund: Der Arbeitgeberverband hatte Ende März gefordert, den Feiertag im Abtausch zu einem freien Arbeitstag an der Basler Fasnacht abzuschaffen. Direktorin Barbara Gutzwiller damals zur BZBasel: «Die einstigen Forderungen des ‹Tags der Arbeit› sind in der Schweiz zweifelsohne durchgesetzt worden». Die Gewerkschafter antworteten wütend: «Diese Aussage ist nicht nur absolut falsch, sondern allen Arbeitnehmenden gegenüber ziemlich arrogant, ein wahrhaftiger Schlag in die Magengrube der Angestellten.»

Noch immer viele Themen

Natürlich, die Zeiten der frühen Industrialisierung sind vorbei, wo die Arbeitnehmenden zu miserablen Löhnen und ohne Renten und Versicherungen an sechs Tagen pro Woche zwölf Stunden schufteten. Aber gibt es nicht mittlerweile Technologie-Firmen, die sich weigern, Sozialversicherungen zu zahlen? Werden sich Arbeitnehmende, die in der Freizeit keine Geschäfts-Mails lesen und sich strikt an die achteinhalb Stunden gemäss Vertrag beschränken, in der Arbeitswelt halten können? Wie steht es um die Lohngleichheit von Mann und Frau?

Radikal nur Rednerinnen

Im Baselbiet und in Basel ist der 1. Mai unter dem schweizweiten Leitmotto «Frauenstreik» radikaler auf die Frauen fokussiert als andernorts. Anders als in Bern, Zürich oder in Aargau treten in Liestal und auf dem Marktplatz nur Rednerinnen auf. Mit Ausnahme von SP-Nationalrätin Samira Marti (in Liestal) ist keine nationale Prominenz vertreten und auch keine Vertretung der SP.

Erreicht man mit dieser starken Fokussierung auch den traditionell geprägten «Büezer», dem der Erhalt der flankierenden Massnahmen, die Rentensicherheit, die Ängste vor der Digitalisierung oder die Arbeitsmarktchancen für 50-Jährige vielleicht näher liegen? Wie wollen die Gewerkschaften die Bedeutung sichern, wenn wie in den letzten Jahren nur etwa 1000 oder 2000 Personen an der Basler Demo teilnehmen? Schon letztes Jahr stellten die Gewerkschaften in Basel übrigens die Lohnungleichheit von Mann und Frau in den Vordergrund: Es kamen mehr Leute als in den Jahren davor: 2500 Personen.

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