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Der Telebasel News Beitrag vom 30. April 2019.

Basel

Dubioses Puff im Gundeli verärgert Anwohner

An der Schillerstrasse im Gundeli verärgert ein Puff die Anwohner. Der Besitzer sagt: «Das Bordell wurde ohne unser Wissen eingerichtet.»

Jugendstil-Häuser, eine nette Nachbarschaft – die Schillerstrasse im Gundeli ist eine beschauliche Wohnstrasse. Doch jetzt stört ein Sex-Betrieb die Idylle. In der Hausnummer 22 wird nicht mehr gewohnt. Hier bieten Prostituierte ihre Dienste an. Das berichtete «Onlinereports» am Montag.

Ganz zum Ärger der Anwohner. Mit Transparenten an der Fassade demonstrieren Anwohner gegen das Bordell. Stören tut sie das ständige Geläuf der Freier, der zusätzliche (Auto-)Verkehr in der Strasse und der Lärm im Innenhof, der von den Puff-Balkonen kommt. «Bei einem Wärmetag sind da natürlich die Fenster offen und diese Leute reden ziemlich laut», sagt Anwohner Otto Krumm.

Mieter mussten gehen

Das Haus gehörte einer alten Dame. Als sie gestorben ist, kaufte im Herbst 2018 die Firma LMS Immo AG aus Appenzell Ausserrhoden die Liegenschaft- und kündete den Mietern des Hauses. Auf Anfrage von Telebasel schreibt die Firma: «Geplant ist eine Renovierung der gesamten Liegenschaft/Wohnungen innen, sobald alle Mieter ausgezogen sind. Es liegen detaillierte Pläne unseres Architekten vor und es erfolgt im Herbst 2019 auch neu parallel ein Fernwärmeanschluss über die IWB.»

Die Kündigung und den Rausschmiss findet Nachbar Hanspeter Gysin nicht in Ordnung und erzählt folgende Geschichte: «Der Mieter, der als erstes rausgeschmissen wurde, hat sicher vor seiner Kündigung rührend um die ehemalige Besitzerin gekümmert und sie im Rollstuhl hier durch die Strasse geschoben. Und wurde dann gekündet von den Erben, resp. der Firma der die Erben das Haus verkauften.»

«Es waren von Anfang an keine Bordelle geduldet»

Nach der Kündigung begannen die Probleme mit dem Puff. Denn nach dem Auszug der Mieter tauchten plötzlich Prostituierte und Freier in der Liegenschaft auf. Im Internet wirbt die Seite «Golden Pussys» mit der «diskreten und privaten Adresse Nähe Bahnhof SBB» für die Sex-Dienstleistungen.

Warum liess die neue Besitzerfirma dies geschehen? Auf Anfrage schreibt die LMS Immo AG, die zum Zeitpunkt des Kaufs bestehenden Leerstände der Liegenschaft seien einer befristeten Zwischennutzung zugeführt worden. Und: «Ein Mieter im Dachgeschoss hat ohne unser Wissen ein Bordell eingerichtet. Als wir davon erfahren haben, haben wir ihm sofort gekündigt.»

Das Bordell würde voraussichtlich innert Monatsfrist verschwunden sein. Die Anwohner dürfte diese Ankündigung freuen – so sie sich denn bewahrheitet.

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