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Der Telebasel News-Beitrag vom 23. April 2019.

Basel

Unmut über Abriss von Gundeli-Eckhaus

Die Gründerzeit-Liegenschaft an der Dornacherstrasse soll einem Neubau mit zusätzlichen Wohnungen weichen. Das Vorhaben sorgt für Kritik.

Seit 1889 steht das Gebäude gleich vis-à-vis vom Winkelriedplatz. Laut Baupublikation aber nicht mehr lange. Der Zeuge aus der Gründerzeit soll einem Neubau Platz machen. «Gundelianer» und alt Grossrat Daniel Jansen bedauern, dass das markante Gebäude an der Dornacherstrasse 83 verschwinden soll.

Sorge um Stadtbild

Daniel Jansen verbreitete kürzlich die Nachricht über das Bauvorhaben in den Sozialen Medien, was hohe Wellen schlug. Dabei bedauert er den möglichen Abriss des Altbaus, der an die Anfänge des Gundelis erinnere.

«Wichtig ist, dass eine Diskussion darüber stattfindet, dass man nicht einfach leichtfertig solche Häuser abreisst und immer mehr das Bild dieser Stadt kaputt macht», findet Daniel Jansen.

Mehr Wohnraum geplant

Vorgesehen ist ein viergeschossiges Wohnhaus mit Ladenfläche, wie aus dem Baugesuch hervorgeht, das momentan im Bauinspektorat aufliegt. Dabei wird die Nutzungsfläche rund doppelt so gross im Neubau. Wie der Eigentümer, Max Gächter, gegenüber Telebasel sagt, sollen anstatt bisher drei Wohnungen deren neun entstehen. Diese sollen auch rollstuhlgängig sein.

Die Mietpreise sollen sich im «quartierüblichen Rahmen» bewegen. Die vorherigen drei Mietparteien haben laut Gächter eine Wohnung gefunden, die Apotheke im Parterre soll in den Neubau einziehen. «Die bestehende Liegenschaft hat keine schützenswerte Substanz», erklärt Max Gächter. So seien etwa die Fassaden nachträglich mit den charakteristischen Platten versehen worden.

Haus hat Bombardement überlebt

Diesem Argument kann Daniel Jansen nicht viel abgewinnen. «Ob das jetzt von der Bausubstanz her historisch ist oder nicht – es ist sicher ein typisches Gebäude aus dieser Zeit». Dabei erinnert er daran, dass die Liegenschaft anno 1940 beinahe einer fehlgeleiteten Bombe der Alliierten zum Opfer gefallen wäre: «Dieses Haus hat überlebt, jetzt soll es im Zwang der Erneuerung der Stadt zum Opfer fallen – ein hartes Schicksal».

1 Kommentar

  1. Die Situation in Basel ist prekär. Man fragt sich wirklich, ob sich das Baudepartement überhaupt mal Gedanken zum Erhalt des Stadtbildes macht oder ob es einfach das Ziel verfolgt so zu verdichten, dass Basel bald aussieht wie Kang Bashi in China oder Novi Beograd in Serbien. Dann hätten wir tausende von Menschen schön eng “verdichtet” analog einem Hasenstall. Touristenströme würden dann allerdings vollständig versiegen. Man kann sich ja orientieren am Haus rechts daneben in der Sempacherstrasse – dieses könnte auch in den Banlieues von Paris stehen. Oder man reisst gleich die ganze Altstadt ab und setzt nen paar Fertighochhäuser hin – Denkmalschutz? Ach nicht so wichtig, Hauptsache viel Beton und möglichst viel Menschen auf engstem Raum. So wie man es damals schon mit dem alten Theater von Basel gemacht hat.
    Es macht sehr traurig zu sehen, welche Mühe sich die Erbauer in der damaligen Zeit gaben mit liebevollen Verzierungen und Ornamenten und dieses nun binnen kürzester Zeit einem 0815-Neubau weichen soll. Und das obwohl Basel keinen Krieg erlebt hat und grundsätzlich auf einer wunderbaren Bausubstanz aufbauen könnte.Report

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