«Gemeinsam bereiten wir uns auf den Sieg bei den nächsten Parlamentswahlen vor», sagte Poroschenko vor seinen Anhängern. (Bild: Keystone)

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Poroschenko nimmt nach Niederlage Kurs auf nächste Wahlen

Aufrappeln nach der Niederlage: Der abgewählte ukrainische Staatschef Petro Poroschenko strebt eine baldige Rückkehr ins höchste Amt an.

«Gemeinsam bereiten wir uns auf den Sieg bei den nächsten Parlamentswahlen vor, gemeinsam kehren wir nach den nächsten Präsidentschaftswahlen ins Präsidialamt zurück», sagte er vor Hunderten Anhängern in Kiew. Zuvor war der Komiker Wolodymyr Selenskyj für die nächsten fünf Jahre zum Präsidenten der verarmten Ex-Sowjetrepublik gewählt worden.

Aus Solidarität zu Poroschenko reichte am Dienstag der wichtige Gouverneur des Gebiets Transkarpatien an der Grenze zur EU vorzeitig seinen Rücktritt ein. Zuvor hatten sowohl die Regierungschefs des Gebiets Lwiw im Westen als auch vom Gebiet Mykolajiw am Schwarzen Meer ihre Ämter niedergelegt.

Schauspieler Selenskyj gewinnt Stichwahl

Der Schauspieler und Polit-Neuling Selenskyj hatte mit rekordhaften 73 Prozent die Stichwahl gewonnen. Poroschenko erlitt mit nur rund 24 Prozent eine dramatische Niederlage. Die Amtseinführung des mit 41 Jahren bislang jüngsten Präsidenten der Ukraine muss bis zum 3. Juni erfolgen. Im Herbst ist die Parlamentswahl geplant.

Patriarch Kirill gratuliert

Nach dem Sieg von Selenskyj gratulierte der Moskauer Patriarch Kirill und rief zur Überwindung des Kirchenstreits auf. Der 41-Jährige habe die historische Chance, das ukrainische Volk zu einen und Konflikte in dem Land zu überwinden, schrieb das Oberhaupt der Russisch-orthodoxen Kirche einer Mitteilung seines Pressedienstes zufolge.

Er hoffe aufrichtig, dass unter Selenskyj die Diskriminierung der Christen der Ukrainisch-orthodoxen Kirche aufhöre, wurde Kirill zitiert. Die Kirche gehört zum Moskauer Patriarchat und beklagt seit Monaten Druck von staatlicher Seite, sich etwa einen neuen Namen zuzulegen.

Der am Sonntag abgewählte Poroschenko hatte zum Entsetzen der russisch-orthodoxen Kirche im Wahlkampf zwei abgespaltene Kirchen vereinigt und eine Anerkennung durch das Patriarchat in Konstantinopel (Istanbul) durchgesetzt. Das führte zu schweren Konflikten zwischen Gläubigen. Zudem fürchtet das Moskauer Patriarchat um seine für das russisch-orthodoxe Christentum immens wichtigen Heiligtümer in der Ukraine.

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