Sm'Aesch Pfeffingen scheint in den entscheidenden Titel-Momenten nicht ihr bestes Spiel auf den Platz bringen zu können. (Bild: Keystone)

Baselland

Eine Frage der Nerven?

Sm'Aesch Pfeffingen kämpft weiterhin darum den ersten Titel der Vereinsgeschichte einzufahren. Doch haben die Volleyballerinnen die Nerven dazu?

Es ist keine Frage der Qualität. Keine Frage des Willens. Vielleicht nicht einmal eine Frage der Erfahrung. Aber auf jeden Fall eine Frage der Nerven. Sm’Aesch Pfeffingen scheint in den entscheidenden Titel-Momenten nicht ihr bestes Spiel auf den Platz bringen zu können. Reicht das für die erste Meisterschaft des Vereinsgeschichte?

Die Qualität stimmt

Eine Frage des Kaders ist es nicht. Sm’Aesch Pfeffingen strotzt nur so von Talent. Ansonsten hätten die Baselbieterinnen nicht um jeden nationalen Titel dieses Jahr mitgespielt – trotz massiver Verletzungssorgen. Der Verlust von Passeuse Taylor Tashima wurde mit Routine ersetzt. Tess von Piekartz kehrte eigens dafür zurück. Obwohl die Niederländerin ihre Karriere eigentlich an den Nagel gehängt hatte.

Und auch auf den anderen Positionen hat sich Sm’Aesch im Gegensatz zu letzter Saison, als man Volero Zürich im Final zum Äussersten zwang, eher noch verstärkt. Mit Gabi Schottroff kam eine ehemalige Volero-Meisterin ins Baselbiet. Eine Schweizer Nationalspielerin, wie Capitaine Madlaina Matter und auch Livia Zaugg. Dazu kommt Dora Grozer, die für ihre grossartigen Leistungen zur «Besten Spielerin der Saison» gekürt wurde. Genauso Kristen Hahn und Monika Chrtianska, die ihre Sporen in anderen Ligen abverdient haben.

Dahinter drängen Talente wie Fabien Solenn oder Livia Saladin auf Einsätze. Auch der Coaching-Staff kann nicht das Problem sein. Unter Andreas Vollmer und Co. machte das Team einen gewaltigen Schritt nach vorne.

Mangelnde Erfahrung?

Ja, Sm’Aesch Pfeffingen ist im Vergleich ein junges Team. Hat zwar Erfahrung auf internationalem Niveau sammeln können. Jedoch kaum Titel-Erfahrung. Zwar haben viele Spielerinnen im Kader bereits um Titel gespielt. Eine Trophäe gewonnen haben aber die wenigsten Spielerinnen. Das allein kann aber nicht der Grund sein, warum man im entscheidenden Moment die PS nicht auf den Boden bekommt.

Ganz im Gegensatz zum aktuellen Final-Gegner Viteos NUC. Mit den Neuenburgerinnen hat in dieser Saison kaum jemand gerechnet. Alle Zeichen deuteten auf einen Zweikampf zwischen den Baselbieterinnen und dem Team aus Düdingen. Doch Viteos NUC setzte Anfang Saison ein Zeichen mit den Gewinn des Supercups gegen Sm’Aesch. Allerdings unter dem Aspekt, dass die Baselbieterinnen nach einer miserablen Vorbereitung schlicht noch nicht im Saft waren.

Umso überraschender war der Sieg im Cup der Neuenburgerinnen vor wenigen Wochen. Sm’Aesch ging als gefühlter Qualifikationssieger in die Partie. In der Meisterschaft gewann Sm’Aesch alle drei Direktduelle seit dem verlorenen Supercup. Und wurde dann phasenweise von Viteos NUC im Cupfinal überfahren. An die Wand gespielt. War zu keiner Reaktion fähig.

Die Nerven?

Der Druck, der auf den Baselbieterinnen lastet ist enorm. Noch nie hat Sm’Aesch Pfeffingen einen Titel geholt. Die Erwartungen an das Team sind dementsprechend gross. Die mentalen Konsequenzen, wenn man auch die Meisterschaft noch aus den Händen geben würde, kaum vorstellbar. Der erste Titel ist meist der Schwerste. Keine Mannschaft kann von davon mehr ein Lied singen wie Sm’Aesch.

Es ist eine Frage der Nerven. «Clutch-Performances» nennt man dieses Phänomen im Englischen. Die beste Leistung in engen und entscheidenden Moment abrufen zu können. Eine passender Titel für eine Biografie von Roger Federer, falls der Baselbieter denn je eine schreiben sollte nach dem Ruhestand.

Die Frage steht im Raum: Hat Sm’Aesch die Nerven in dieser Final-Serie? Können sie den Druck für einmal stemmen? Bislang sieht es so aus, also würde das Duell gegen Viteos NUC über die volle Distanz gehen. Der Wille ist vorhanden. Die Qualität auch. Nun müssen die Damen von Sm’Aesch – auch sich selber – beweisen, dass sie bestehen können. Alle Kritiker und Zweifler endgültig verstummen zu lassen.

Matchball nach Ostern?

Die Möglichkeit den nächsten Schritt den ersten Titel der Vereinsgeschichte einzufahren, bietet sich am Ostermontag im heimischen Löhrenacker. Dort steigt das dritte Spiel in der Final-Serie. Das vermutlich entscheidende Spiel der Serie. Der Sieger der Partie hat den ersten Matchball. Hat einen Finger bereits am Pokal. Soviel zur Drucksituation.

Verfolgen Sie die entscheidende Partie zwischen Sm’Aesch Pfeffingen und Viteos NUC ab 14 Uhr im Live-Ticker auf telebasel.ch.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*