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(Bild: Keystone)

International

Mindestens 290 Tote bei Anschlagserie in Sri Lanka

Bei mutmasslichen Anschlägen sind in Sri Lanka mindestens 207 Menschen ums Leben gekommen. Es kam am Ostersonntag zu Explosionen in Kirchen und Hotels.
Zwei Schweizer in Sri Lanka getötet

Bei der Anschlagsserie auf Kirchen und Luxushotels in Sri Lanka sind am Ostersonntag auch zwei Schweizer Staatsangehörige getötet worden. Das bestätigte das Aussendepartement EDA am Montagabend.

Eines der Schweizer Opfer besass demnach eine zweite Staatsangehörigkeit. Ein drittes Familienmitglied, das über zwei ausländische Nationalitäten verfügte, starb ebenfalls. Das EDA sei mit den Angehörigen in Kontakt und unterstütze sie im Rahmen des konsularischen Schutzes, teilte das Aussendepartement weiter mit.

Die Schweizer Botschaft in Colombo unterstützt ausserdem eine in der Schweiz lebende schweizerisch-srilankische Familie, deren Eltern unter den Todesopfern sind. (sda)

Einheimische Islamisten für Anschläge verantwortlich

Sri Lankas Regierung hat eine einheimische radikal-islamische Gruppe für die Anschläge vom Ostersonntag verantwortlich gemacht. Die Regierung sei fest davon überzeugt, dass die Gruppe National Thowheeth Jama’ath die Selbstmordattentate verübt habe, sagte Kabinettssprecher Rajitha Senaratne am Montag. Zuvor habe es Hinweise auf Anschlagspläne der Gruppe gegeben.

Sechs Explosionen laut Forensiker Selbstmordanschläge

Die Serie von Anschlägen auf christliche Kirchen und Hotels mit fast 300 Toten am Ostersonntag in Sri Lanka ist hauptsächlich von Selbstmordattentätern ausgeführt worden. Das teilte ein Forensiker des Verteidigungsministeriums Sri Lankas am Montag mit.

Der Befund ergab sich aus Untersuchungen der nahezu gleichzeitigen Explosionen in drei Kirchen und drei Luxushotels am Sonntagvormittag (Ortszeit). Zu den zwei späteren Explosionen in einem weiteren Hotel und einer Wohngegend in Vororten von Colombo dagegen gab es zunächst keine näheren Angaben.

Zahl der Todesopfer auf 290 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer nach den Bombenanschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka ist nochmals deutlich auf 290 gestiegen. Rund 550 weitere Personen wurden nach jüngsten Angaben zudem verletzt, wie ein Polizeisprecher am Montag in Colombo mitteilte. Am Sonntag hatte die Polizei zuletzt von 207 Toten gesprochen.

Die Anschläge auf drei Kirchen in unterschiedlichen Landesteilen und vier Hotels in Colombo und der Umgebung der Hauptstadt wurden am Sonntag fast zeitgleich und teils von Selbstmord-Attentätern verübt, als in den Kirchen die Ostergottesdienste begannen.

Zahl der Toten bei Anschlagsserie in Sri Lanka steigt auf 207

Die offiziell bestätigte Zahl der Opfer bei der Anschlagsserie in Sri Lanka ist abermals gestiegen: Nach Polizeiangaben vom Sonntagabend (Ortszeit) wurden bei den acht Explosionen mindestens 207 Menschen getötet, mehr als 450 weitere wurden demnach verletzt.

Die Ermittler gingen derzeit Hinweisen nach, dass alle Anschläge von Selbstmordattentätern ausgeführt worden seien, sagte Polizeisprecher Ruwan Gunasekera vor Journalisten in Colombo. (sda)

Die Anschlagsorte in Sri Lanka

KIRCHEN:

Sri Lanka mit seinen knapp 21 Millionen Einwohnern ist mehrheitlich buddhistisch. Rund 7,4 Prozent der Bevölkerung sind Christen. Zudem sind 12,6 Prozent der Einwohner Hindus, 9,7 Prozent Muslime.

– Die St.-Antonius-Kirche in Colombo liegt in der Nähe des Hafens im Nordwesten der Hauptstadt. Die römisch-katholische Kirche ist dem Heiligen St. Antonius von Padua gewidmet und gehört zur Erzdiözese von Colombo, die rund 700’000 Katholiken zählt. Die Ursprünge der Kirche gehen auf die niederländische Kolonialzeit zurück, in der der katholische Glauben unterdrückt wurde. Der heutige Kirchenbau wurde 1834 geweiht. Das Gotteshaus gilt als bekannte Wallfahrtsstätte.

– Die St.-Sebastians-Kirche in Negombo liegt rund 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Die römisch-katholische Kirche ist dem Patron der Stadt Negombo geweiht. Der Grundstein für die Kirche wurde 1936 gelegt, das Gebäude rund zehn Jahre später fertiggestellt. Negombo hat rund 140’000 Einwohner und ist mehrheitlich katholisch.

– Die Zionskirche in Batticaloa liegt rund 280 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo. Die evangelikale Freikirche in der 90’000-Einwohner-Stadt wurde 1974 gegründet.

HOTELS:

Alle drei Fünf-Sterne-Hotels liegen in einem Umkreis von rund zwei Kilometern innerhalb des Geschäfts- und Einkaufsviertels der Hauptstadt Colombo nahe der Strandpromenade.

– Das Shangri-La hat über 500 Zimmer und Suiten sowie 41 Apartments.

– Das Cinnamon-Grand-Hotel hat ebenfalls über 500 Zimmer und Suiten.

– Das Kingsbury-Hotel hat 229 Zimmer und Suiten.

Ausgangssperre

Nach einer achten Explosion in Orugodawatte in Sri Lanka verhängte das Verteidigungsministerium eine zwölfstündige Ausgangssperre in dem Land. Sie solle um 18.00 Uhr (Ortszeit; 14.30 Uhr MESZ) in Kraft treten. Zudem habe man den Social Media-Zugang gesperrt, um Fake News vorzubeugen.

Achte Explosion in Orugodawatte

Die Serie tödlicher Explosionen in Sri Lanka reisst nicht ab: In Orugodawatta, einem Vorort im Norden der Hauptstadt Colombo, ereignete sich am Ostersonntag eine achte Explosion. Zum genauen Ort des Vorfalls und den möglichen Opfern lagen zunächst keine Angaben vor.

Erneute Explosion fordert noch mehr Todesopfer

In einem Hotel in Dehiwala, einem Vorort der Hauptstadt Colombo, wurden bei einer Detonation am Sonntag mindestens zwei Menschen getötet, wie die Polizei mitteilte. Das Hotel war das siebte Ziel der Anschlagsserie.

Auch die Botschaften westlicher Staaten riefen ihre Bürger in Sri Lanka auf, Schutz zu suchen. Die Fluglinie Sri Lanka Airlines bat die Passagiere, bei Abflügen aus Colombo mindestens vier Stunden vor dem Start einzutreffen, da die Sicherheitsvorkehrungen stark verschärft seien.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP besuchte das Luxushotel Shangri-La, wo es ebenfalls eine Explosion gegeben hatte. Das Restaurant im zweiten Stock des Komplexes war weitgehend zerstört, Teile der Decke waren herabgestürzt, die Fenster waren geborsten.

Reisehinweise aktualisiert

Das EDA aktualisierte nach der Anschlagserie seine Reisehinweise für Sri Lanka: Es bestünden «weiterhin latente politische Spannungen, und es muss im ganzen Land mit Demonstrationen und Ausschreitungen gerechnet werden. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrer Reiseleitung über die Entwicklung der Lage. Vermeiden Sie politische Diskussionen, auch auf den sozialen Medien. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.»

Hintergründe unklar

Die Hintergründe der Explosionen waren zunächst unklar. In einem Schreiben vom 11. April an führende Sicherheitsvertreter hatte Polizeichef Jayasundara jedoch vor Plänen der radikalislamischen Gruppe NTJ gewarnt, Selbstmordanschläge auf Kirchen sowie auf das Indische Hochkommissariat (Botschaft) in Colombo zu verüben.

Er berief sich dabei auf Informationen eines «ausländischen Geheimdiensts». Die NTJ war im vergangenen Jahr durch die Beschädigung buddhistischer Statuen in Sri Lanka bekannt geworden.

Nur sechs Prozent im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka sind Katholiken. Zu ihnen gehören Mitglieder der tamilischen Minderheit und der singhalesischen Mehrheit.

«Abscheuliches Verbrechen»

Auch im Ausland ist die Bestürzung über die Anschläge gross. Bundespräsident Ueli Maurer schrieb auf Twitter: «Im Namen des Bundesrats verurteile ich die schweren Angriffe auf religiöse Feiern in Colombo. Den Angehörigen der Opfer und den Behörden Sri Lankas spreche ich mein tief empfundenes Mitgefühl aus.»

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel liess über ihren Sprecher Steffen Seibert erklären, die Regierung trauere um die Opfer. «Wir beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen.»

Israels Staatspräsident verurteilte die Angriffe als «abscheuliches Verbrechen» verurteilt. Sie hätten auch jenen gegolten, die am Ostersonntag beteten, schrieb Reuven Rivlin auf Twitter. «Wir sind alle Kinder Gottes; eine Attacke auf eine Religion ist eine Attacke auf uns alle.»

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Anschläge scharf. «Das ist ein Angriff auf die gesamte Menschheit», schrieb Erdogan auf Twitter.

Drei Kirchen und drei Hotels betroffen

Offiziell bestätigt wurde zunächst nicht, dass es sich um Anschläge handelte. Regierungschef Wickremesinghe rief die Bevölkerung über Twitter auf, «geeint und stark» zu bleiben und keine Falschmeldungen oder Spekulationen zu verbreiten. Die Regierung unternehme alles, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Die ersten Explosionen wurden in den Kirchen St. Antonius in Colombo und St. Sebastian in Negombo gemeldet. Auf der Facebook-Seite der Kirche St. Sebastian war von einem Bombenangriff die Rede. «Bitte kommt und helft, solltet ihr Angehörige hier haben», hiess es dort.

Kurze Zeit später berichtete die Polizei von weiteren Explosionen in drei Luxushotels von Colombo und einer dritten Kirche in Batticaloa. Eines der Hotels, das Cinnamon Grand Hotel, liegt in der Nähe der Residenz des Regierungschefs. Dort wurde nach Angaben eines Hotelmitarbeiters ein Mensch bei einer Detonation im Restaurant getötet. Laut dem deutschen Auswärtigen Amt sind möglicherweise auch das Shangri La und das Kingsbury Hotel betroffen.

Mindestens 185 Tote

Mindestens 64 Menschen wurden laut dem Polizeivertreter bei Explosionen in drei Luxushotels und einer Kirche in Colombo getötet. Mindestens 67 weitere starben in einer Kirche des nahe von Colombo gelegenen Orts Negombo. 25 weitere wurden in einer Kirche in Batticaloa im Osten des Landes getötet.

Mehr als 300 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Die Explosionen erschütterten die drei Kirchen, während die Gläubigen die Ostermesse feierte.

Unter den Todesopfern waren nach Spitalangaben US-Bürger, Briten und Niederländer. Schweizer Bürger sind nach bisherigen Kenntnisstand nicht unter den Opfern, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage mitteilte. Man stehe in Kontakt mit lokalen Behörden.

Polizei warnte vor Anschlägen

Scheinbar hat die Polizei in Colombo letzte Woche vor Bomben-Anschlägen gewarnt.

 

 

Opferzahl steigt weiter

Die Zahl der Toten nach den Explosionen in Sri Lanka steigt weiter. Wie ein Polizeivertreter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagt, gehe man zurzeit von 137 Toten aus. Darunter seien auch viele Ausländer.

Anteilnahme im Netz

Auf den Sozialen Netzwerken zeigen sich bereits jetzt viele Menschen bestützt und «beten für Sri Lanka».

Krisensitzung

Sri Lankas Premierminister Ranil Wickremesinghe berief eine Krisensitzung des Kabinetts ein.

Sechs Prozent Katholiken

Nur sechs Prozent der Einwohner im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka sind Katholiken. Zu ihnen gehören Mitglieder der tamilischen Minderheit und der singhalesischen Mehrheit.

Der südasiatische Inselstaat Sri Lanka ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung sind Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten.

Sri Lankas 26-jähriger Bürgerkrieg war 2009 zu Ende gegangen. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatten für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee besiegte die Aufständischen schliesslich mit aller Härte. Die Uno wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

«Ruhe bewahren»

Sri Lankas Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, schrieb auf Twitter von zahlreichen Opfern, unter ihnen Ausländer. Er rief dazu auf, Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben.

Während Ostermessen

Die ersten Explosionen der Serie waren in den Kirchen St. Antonius in Colombo und St. Sebastian im ausserhalb der Hauptstadt gelegenen Ort Negombo gemeldet worden. Zu dem Zeitpunkt feierten die Gläubigen gerade die Ostermesse.

Mindestens 160 Verletzte wurden aus St. Antonius ins Krankenhaus gebracht. Ein Vertreter des Spitals in Batticaloa sprach von über 300 Verletzten. Auf der Facebook-Seite der Kirche St. Sebastian war von einem Bombenanschlag die Rede. «Bitte kommt und helft, solltet ihr Angehörige hier haben», hiess es dort.

Mehrere Explosionen

Von Explosionen getroffen wurden drei Luxushotels und eine Kirche in der Hauptstadt Colombo. Weitere Detonationen erschütterten eine Kirche in Negombo der Nähe von Colombo sowie eine Kirche in Batticaloa im Osten des Landes.

Mindestens eine Person wurde bei einer Explosion im Restaurant des Cinnamon Grand Hotel getötet, wie ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Das Hotel liegt in der Nähe der Residenz des Regierungschefs.

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