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Der Telebasel News Beitrag vom 21. April 2019.

Basel

Düfte wie zu Jesus’ Zeiten

Salben und Öle prägten die Gesellschaft zu Jesus' Zeiten. Fast 2000 Jahre verschwand das Bedürfnis, sich zu pflegen. Doch die antiken Parfüme haben es in sich.

Lavendel eingelegt in Olivenöl vermischt mit ein bisschen Bienenwachs – und fertig ist die antike Salbe. Die Römer haben schon früh die Möglichkeit entdeckt, mit Öl Düfte zu extrahieren und Salben herzustellen. Wie das funktioniert, zeigt Ethnobotanikerin Monique Burnand in Augusta Raurica. Die antike Salbe habe nämlich eine enge Verbindung mit Ostern.

«Es gibt im neuen Testament eine Stelle, wo Maria Magdalena Jesus bei einem Festmahl mit einer kostbaren Nardensalbe einreibt», so Burnand. Narde ist ein Gewächs aus dem Himalaja, das heute kaum mehr verwendet wird. Damals war es das Wertvollste, was man als Salbe haben konnte. Salben sind aber nicht nur in der römischen Badekultur gebraucht worden, sondern hatten auch medizinische Verwendung. «Man hat sie sowohl als Parfüm als auch in der Medizin gebraucht. Dort wurden sie sehr häufig verwendet. Als Erkältungssalbe bis zu Gelenksalbe.»

Salben im Mittelalter verschwunden

Die reiche römische Tradition von der Pflege ist über Jahrhunderte verschwunden. Erst in unserer Zeit hat man wieder angefangen, sich um die Körperpflege zu kümmern, erzählt Brunand: «Mit dem Einsetzten der Völkerwanderung und dem Mittelalter haben sich die Prioritäten komplett verschoben. Da war Sauberkeit und gepflegt sein nicht mehr wichtig. Man hat den Fokus auf das jenseitige Leben gerichtet.»

Die Römer hatten Salben aus Lavendel, Zimt, Narden oder Rosen. Unüberliefert ist aber, wie viel sich die Menschen damals vom Parfüm aufgetragen haben. Wie bei uns gab es allerdings wertvolle Parfüme und solche für jedermann. Wer also wissen will, wie die Menschen zu Zeiten Jesu Christi gerochen haben, kann das dieser Tage in Augusta Raurica erleben.

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