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Der Telebasel News Beitrag vom 20. April 2019.

Basel

Er hat alle Münster-Grabtafeln übersetzt

Schon als Jugendlicher widmete sich Andreas Pronay den Münster-Inschriften. Zum 1000-jährigen-Jubiläum gibt er sein zweites Buch über die Grabtafeln heraus.

Totenköpfe, Grabmäler mit Skulpturen und jede Menge rätselhafte Tafeln. Bei einem Besuch im Münster wird schnell einmal klar, dass hier so manche Toten ruhen. Ob Ritter, Wissenschaftler oder gar eine Königin. Dabei ist es die Elite aus mehreren Jahrhunderten, deren Gebeine es zunächst in die Kirche, anschliessend in den Doppelkreuzgang schafften.

Andreas Pronay kennt die Geschichten hinter all den Grabtafeln. Schon als Teenager im damaligen humanistischen Gymnasium machte er sich daran, die Inschriften zu übersetzen. Kein einfaches Unterfangen. Manche Abkürzungen sind derart kryptisch, dass sie auch so manchen Lateiner herausfordern.

Lebensgeschichten aus mehreren Jahrhunderten

So manche berühmte Persönlichkeiten sind hier bestattet. Königin Anna von Habsburg und der Humanist Erasmus von Rotterdam sind im Münster zu finden. In den beiden Kreuzgängen finden sich illustre Namen wie Johann Rudolf Wettstein, Jakob I. Bernoulli und Oekolampad.

Eine systematische Abhandlung über all diese Epitaphien fehlte bis anhin. Daher machte es sich Andreas Pronay, dies zu ändern. Der Altphilologe und ehemalige Gymnasiallehrer widmet sich nun im Ruhestand ausgiebig der Forschung. In seinem Buch ging er den Grabtafeln im Doppelkreuzgang nach. Pünktlich zum 1000-jährigen Jubiläum des Münster kommt der zweite Band heraus. Dieser widmet sich dem Innern des Münsters sowie der Martinskirche. Auch nach den Feierlichkeiten zum Basler Wahrzeichen möchte Andreas Pronay seiner Übersetzer-Leidenschaft frönen. Als nächstes möchte er sich die Peterskirche vorknöpfen.

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