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Der Telebasel Talk vom 17. April 2019 mit Sebastian Kölliker (SP) und Joël Thüring (SVP).

Basel

Museums-Neubau: «Wahrzeichen» oder «Schnapsidee»?

Für Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann ist der Neubau des Naturhistorischen Museums ein «Wahrzeichen». Die Gegner sprechen von einer «Schnapsidee».

Eine Zeitlang sah es so aus, dass der geplante Museums-Neubau am Bahnhof St. Johann für 214 Millionen Franken an der Urne durchflutscht wie die Forelle aus der Hand des Fischers. «Ist ja nur die SVP dagegen», mochte mancher denken. Wer solches denkt, und das Projekt befürwortet, das das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv unter ein neues Dach bringen will, dem sei Vorsicht empfohlen.

«Luxusbau, Schnapsidee, Synergieschwindel»

Neben Vertretern der SVP und FDP stehen nun auch Persönlichkeiten aus der Basler Kunst- und Museumsszene mit Namen und ihrer Ehre vor die Medien. Kunsthistoriker Thomas Bachmann sprach am Freitag von «einem Luxusneubau und einer Schnapsidee», schliesslich von einem «Synergieschwindel» auf 1’200 Quadratmetern, wie die Bz notierte. Wie schlecht das Projekt sei, zeige sich auch daran, dass keine privaten Geldgeber hätten gefunden werden können.

«Höhere Betriebskosten»

Fausto de Lorenzo, bekannt als ehemaliger Geschäftsführer des Kunstmuseums Basel und der Fondation Beyeler, hält den Bau für «überdimensioniert». Seine Aussage: Die Betriebskosten würden mindestens eine Million Franken teurer, als dies das Präsidialdepartement vorgebe.

Womit er natürlich an den Neubau des Kunstmuseums erinnert. Des weiteren kritisierte das Nein-Komitee den Standort: Auf der «mentalen Karte» liege das St. Johann weit weg vom Zentrum.

«Grosse Risiken für Kulturgüter»

Das Ja-Lager –mit 100 Personen wesentlich grösser als die Gegenseite – hält an den Vorteilen des Projekts fest. Für das Projekt setzen sich etwa Marcel Tanner, Präsident der Akademie Naturwissenschaften Schweiz und der NMB-Kommission, die Historikerin und GLP-Politikerin Esther Keller oder SP-Grossrat Sebastian Kölliker ein.

Beide Institutionen, das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv, seien jetzt in schönen, aber ungeeigneten Gebäuden untergebracht. Ohne Neubau seien die Kulturgüter akut gefährdet: «In ihren heutigen Räumen sind die Kulturgüter grossen Risiken ausgesetzt. Die Sicherheit der Bestände im Staatsarchiv ist nicht mehr gewährleistet, weil die bestehenden Räume unzureichend klimatisiert sind und sich nicht verbessern lassen».

«Mehr Ausstellung für 100’000 Besucher»

Die «jahrelange, sorgfältige Planung», die im Grossen Rat eine überwältigende Mehrheit (71 zu 19 Stimmen) fand, dürfe nicht «unbesonnen um zehn Jahre» zurückgeworfen werden. Das Projekt sei ein «Wahrzeichen» für das neue Quartier St. Johann-Volta Nord.

Und der Neubau sei ökologisch und energie-effizient. »Die neuen Räume bringen mehr Fläche und mehr Zugänglichkeit. Bisher verborgene Teile der Sammlungen können sichtbar werden. Für die über 100’000 Besucherinnen und Besucher jährlich steigt die Attraktivität dank zeitgemässer und teils gemeinsamer Räumlichkeiten für beide Institutionen.»

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