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Der Telebasel News-Beitrag vom 15. April 2019.

Basel

Syngentas Milliardengeschäft mit hochgefährlichen Pestiziden

Public Eye fordert die Syngenta auf, den Verkauf hochgiftiger Pestizide zu stoppen. Syngenta hält ihre Produkte für sicher.

Die Umweltorganisation Public Eye (früher «Erklärung von Bern») zeigt in ihrer jüngsten Kampagne die zentrale Rolle des Basler Konzerns Syngenta beim Verkauf hochgefählicher Pestizide auf: Der grosse Pestizidgebrauch erzeuge Krebserkrankungen und anderen chronischen Krankheiten. Syngenta werde aufgefordert, den Verkauf der giftigsten Pestizide einzustellen.

In der Broschüre von Public Eye werden Daten mit den 310 Substanzen von der Liste der «hochgefährlichen Pestizide» des Pesticide Action Networks (PAN) abgeglichen. Deren Marktwert schätzt die Umweltorganisation auf 22 Milliarden Franken ein; berechnet an 1,8 Tonnen an verkauftem Wirkstoff in 2017.

Entwicklungs- und Schwellenländer waren die Haupt-Einkaufsstellen. Der Verkauf hochgiftiger Pestizide sei integraler Bestandteil des Geschäftsmodells des Basler Konzerns, kritisiert Public Eye. 15 von 32 Pestiziden der Syngenta stünden auf der schwarzen Liste des PAN. 2017 ergab dieses Geschäft gegen vier Milliarden Franken Umsatz. Syngenta verkaufe vor allem noch nach Südamerika und Indien, da die meisten ihrer Produkten in der Schweiz und der EU nicht mehrt zugelassen seien.

Syngenta widerspricht Public Eye

Bei Syngenta will man diese Zahlen nicht kommentieren. Auch hält der Präsident von Syngenta Schweiz, Roman Mazzotti, seine Produkte für sicher.

Richtig angewendet garantierten Pestizide eine moderne Landwirtschaft, die genügend und preisgünstige Lebensmittel herstelle. Zudem ist Roman Mazzotti nicht damit einverstanden, welche Pestizide als hochgiftig eingestuften werden. Diese Auswahl sei international gar nicht anerkannt, sagt er, und sie widerspreche jeder Wissenschaftlichkeit.

Pestizide in Brasilien

Public Eyes Fokus liegt auf Brasilien, da dort weltweit am meisten Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt würden. Daran würde die Gesundheit der Brasilianer leiden: Krebserkrankungen, Geburtsfehler und verschiedenen chronischen Krankheiten seien die Folgen des massiven Pestizidverbrauchs. Public Eye stützt sich auf verschiedene Studien.

Die Bürger in Brasilien trauten sich zwar nicht, gegen die Konzerne zu sprechen, aber reklamierten dennoch immer lauter. Das Trinkwasser in Braslien wurde untersucht, was nun ergeben habe, dass die Bürger mit dem Wasser einen Cocktail an Pestiziden zu sich nähmen.

Atrazin, bekannt dafür Trinkwasserquellen zu verunreinigen, sei in 85 Prozent der untersuchten Quellen vorhanden. Atrozin sei hormonverändernd und fortpflanzungsgefährdend. Zudem sei es in Europa verboten. Syngenta führe den Markt dieses Pestizides an.

Um die Zukunft zu schützen, sei es notwendig, die giftigsten Pestizide durch Alternativen auf dem Markt zu ersetzen. Die Schweiz solle Import, Export und die Produktion solcher Pestizide beenden. Sie solle sich für ein internationales, verbindliches Abkommen zu diesen gefährlichen Pestiziden einsetzen.

Doch zu einem Dialog wird es kaum kommen. Zu weit liegen die Ansichten zwischen Syngenta und Public Eye auseinander.

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