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Der Telebasel News Beitrag vom 16. April 2019.

Basel

Am Rheinbord zu Tode geprügelt

Mit Faustschlägen und Tritten soll ein 28-jähriger Slowene einen 41-jährigen Portugiesen letzten Sommer umgebracht haben. Heute beginnt der Prozess.

Mit einem stumpfen Schädel-Hirn Trauma, zahlreichen Unterblutungen, Quetschungen und Hautabschürfungen wurde das 41-jährige Opfer in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 2018 ins Universitätsspital Basel eingeliefert. Dort erlag es um 2:00 Uhr seinen schweren Verletzungen.

Zugefügt haben sollen ihm diese Verletzungen ein heute 29-jähriger Slowene und ein 19-jähriger Spanier. Weil der verstorbene Portugiese dem Slowenen angeblich das Handy geklaut habe.

Vorsätzliche Tötung und Nötigung

Am Dienstag, 16. April 2019, beginnt der Prozess gegen die beiden Beschuldigten. Sie werden der vorsätzlichen Tötung und Nötigung bezichtigt. Der mutmassliche Haupttäter konnte erst verhaftet werden, nachdem die Staatsanwaltschaft ein Kopfgeld von 10’000 Franken aussetzte und dann den entscheidenden Hinweis erhielt.

Brutale Faustschläge

Laut Anklageschrift habe der 28-jährige Slowene geglaubt, dass das Opfer ihm das Handy gestohlen habe. Er soll auf das am Kleinbasler Rheinbord sitzende Opfer zugelaufen sein und sein Handy zurückgefordert haben. Als das Opfer beteuerte, das Handy nicht zu haben, soll der mutmassliche Täter unvermittelt mit «brutalen Faustsschlägen» auf den Portugiesen eingeschlagen haben. Der Portugiese habe sich nicht zur Wehr gesetzt.

Hilfe bei Prügelattacke

Der zweite Beschuldigte soll den mutmasslichen Haupttäter nur flüchtig gekannt und die Prügelattacke beobachtet haben. Daraufhin soll er sich ihm angeschlossen und dem Opfer ebenfalls einen Faustschlag versetzt haben.

Mehrere Passanten und Kollegen sollen laut Anklageschrift zum Aufhören aufgefordert haben. Doch der 28-jährige Slowene habe unbeirrt weiter ins Gesicht des Portugiesen geschlagen, bis dieser auf der Treppe des Rheinbords zusammenbrach. Daraufhin habe der Beschuldigte auf das Opfer eingetreten und auf dessen Kopf eingeschlagen.

Auch nach der Durchsuchung der Hosentasche des Opfers, wo der mutmassliche Täter das Handy nicht fand, soll er nicht vom Opfer abgelassen haben. Er habe ihn am Gürtel hochgehoben und auf die asphaltierte Treppe fallen gelassen.

Kein unbeschriebenes Blatt

Die Staatsanwaltschaft  schreibt in der Anklageschrift, dass die beiden mutmasslichen Täter mit ihren «gezielten, sehr kraftvollen und damit äusserst brutalen Faustschlägen» den Tod des Opfers in Kauf nahmen.

Der slowenische mutmassliche Haupttäter wurde zwar in Basel geboren, im Falle eines Schuldspruches droht ihm allerdings die Ausschaffung, da er keinen Schweizer Pass besitzt.

Der Slowene ist bereits wegen mehrfacher Drohung und verschiedener Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz vorbestraft und deshalb zu einer achtmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Zudem hat der Angeklagte hohe Schulden: Er hat Betreibungen und offene Verlustscheine in der Höhe von je 100’000 Franken.

Auch dem spanischen mutmasslichen Mittäter, der erst im Alter von 13 Jahren in die Schweiz kam, droht ein Landesverweis. Er ist nicht vorbestraft.

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