(Bild: Keystone)

Basel

«Bis hierhin und nicht weiter»

Der BSC Young Boys ist zum zweiten Mal in Folge Schweizer Meister. Gratulation – mehr aber nicht. Ein Kommentar aus Basel.

Souverän. Spektakulär. Unangetastet. So kann man die Saison von YB auf den Punkt bringen. Die Berner sind aktuell die beste Mannschaft im Lande und dementsprechend auch verdient zum zweiten Mal Schweizer Meister – und das in Rekordzeit.

Dazu kommt eine glorreiche Nacht in der Champions League gegen Juventus Turin. Doch auch wenn die vermeintlich einseitigste Saison seit langem bald ihr Ende findet, die Karten werden nun neu gemischt.

Ausverkauf steht bevor

Die Young Boys werden diesen Sommer das erfahren, was dem FCB seit Jahren widerfährt. Die Besten werden gehen. Nicht nacheinander, sondern alle zusammen. Den Bernern droht nicht nur der Ausverkauf, er findet im Hintergrund bereits statt. Dazu kommen Rücktritte von erfahrenen Teamstützen, die sich wohl denken: Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist.

Die spielergeilen Augen der Top-Klubs schielen inzwischen nicht nur auf die Hauptstadt. Sie fokussieren sie. Ein Umbruch steht bevor. Das wissen Spieler und auch Funktionäre. Nun muss YB beweisen, dass es mit der Flut von Abgängen gleich gut umgehen kann, wie Rotblau über die vergangenen Jahrzehnte.

Basel muss aufwachen

«Bis hierhin und nicht weiter», muss das Basler Motto im Hinblick auf die kommende Saison heissen. YB wird an Substanz verlieren. Wenn Rotblau den Thron zurückerobern will, dann kommende Saison.

Die Konstanz und Stabilität des Teams unter Marcel Koller stimmt. Punktuelle Verstärkungen und Abgänge werden den FCB noch besser machen. Das Gerüst aber bleibt. Und auch wenn YB voraussichtlich wieder ein gutes Kader auf die Beine stellen wird, es wird nicht dasselbe sein. Das kennen wir Basler zu Genüge. Es gibt keine zweiten Shaqiris, Salahs oder Rakitićs. Genauso wenig wie es in Bern einen zweiten Mbabu, Sanogo oder Fassnacht geben wird. Diese müssen erst gefunden werden.

Basel muss wieder aufwachen – auch die Fans. Es kann nicht sein, dass das Stadion der selbsternannten Fussball-Hauptstadt immer halbleer ist. Während die Berner sich nicht zwischen SCB und YB entscheiden können und trotzdem ihre Stadien bis zum Rande füllen. Es ist wieder Zeit für ein bisschen mehr Euphorie rund um Rotblau. Mehr Unterstützung. Sich selber eingestehen, dass man verwöhnt war. Klar: Erfolg macht sexy – siehe YB. Wir Basler haben uns aber in Sachen Fussballkultur stets abgehoben vom Rest. Weil wir schlicht nichts Vergleichbares haben.

FCB ist Religion. Es ist Zeit, das wieder unter Beweis zu stellen.

5 Kommentare

  1. Ich kann die Kommentare meiner Vorgänger nur ( zu mehr als 100 % ) unterschreiben. Zusammen mit einem Herr BURGENER geht es nur weiter abwärts – da kann keine Stimmung aufkommen – Herr Burgener, der Totengräber des FCB !

    Gruss Hansjörg DäppenReport

  2. Solange die Herren Burgener/Streller ihre Prioritäten auf E-Sports und Indien und Verkleinerung des Stadions legen, und die1. Mannschaft nur noch stiefmütterlich behandelt wird, sehe ich nicht wie der FCB wieder Nummer1 in der Schweiz werden könnte. Mit dieser Politik ist es verständlich dass die Zuschauer wegbleiben. Auf jeden Fall wird es in der Ära Burgener keinen roten Rappen für den FCB von mir geben ( nicht nur von mir ).Report

  3. Diese Mannschaft ist ganz einfach nur noch purer Durchschnitt! Da reichen 2-3 neue Spieler nicht! Es müssten mindestens 5 gute bis sehr gute Spieler kommen, aber unter dieser Führung wird das nichts. Es ist ja nur noch peinlich, wenn man auf Abgänge von YB hoffen muss, die haben übrigens schon vorgesorgt (Spilmann, Lustenberger)! Die Idee, das Stadion zu verkleinern, in der Hoffnung es gäbe wieder einen Boom auf die Eintrittskarten, kann ich nur noch mit einem Lachen zur Kenntnis nehmen. Burgener kann das ganze Stadion abreissen, und darauf eine indische Filmstadt erstellen, denn in Zukunft wird der Rankhof ausreichen!Report

  4. Telebasel scheint sehr optimistisch zu sein, wie wenn man im FCB Vorstand involviert wäre. Für die Fehler, die Streller, Burgener und Co. vor 2 Jahren gemacht haben, muss der FCB und vorallem wir Fans noch lange büssen, aber eben die Fans werden von den selbstherrlichen Machthabern eh nicht mehr ernst genommen. Es ist einfach nur noch traurig….Report

  5. Es ist einfach anderen dieselben Versäumnisse nachzusagen wie sie der FCB tätigte. YB wird nicht dieselben Fehler machen, aber hoffen darf man ja, mehr wird’s nicht sein. Beim FCB hat man vorletzte Saison als man praktisch die ganze Erfolgsmannschaft und den Erfolgstrainer ausmusterte grosse Fehler gemacht, damit wurde diese Mannschaft auf unnütze Art auseinandergerissen. Das Ergebnis sieht man jetzt hier. Sie haben recht, wenn Sie sagen der FCB müsse aufwachen, das gilt aber nicht für YB!Report

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