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Der Telebasel News-Beitrag vom 13. April 2019.

Basel

Riehener lancieren Laden als Coop-Ersatz

Eine ehemalige Garage soll Riehen Nord beleben. Anwohner wollen dort einen Quartierladen, ein Café und eine Markthalle unterbringen.

Nach dem Aus für den Coop-Laden war die Enttäuschung gross. Damit verschwand nicht nur das Sonntagsshopping, sondern die einzige Einkaufsmöglichkeit bei der Riehener Grenze schlechthin. Nun lässt eine Gruppe von Anwohnern den Verlust für das Quartierleben nicht auf sich sitzen. Die neue Genossenschaft «Gränz-Märt» weiss nun auch, wo der Ersatz für den verlorenen Coop untergebracht werden könnte.

Hoffnung auf einen Sonntags-Run

In der ehemaligen Autogarage Schlumpf an der Lörracherstrasse soll ein neuer Quartierladen wieder Leben in die Grenzgegend bringen. Dem Initianten René Burger schweben mehrere Ideen für die geräumige Werkstatt vor. Erst sollte dort mal ein Lebensmittelladen unterkommen, später vielleicht auch mal ein Bistro oder gar eine Markthalle. Wie der abgerissene Coop soll auch sein künftiger Ersatz nicht nur werktags geöffnet sein.

Daher will die Genossenschaft den Laden als Familienbetrieb führen lassen. «Dadurch, dass wir am Sonntag auch offen haben und auf der anderen Seite der Grenze weitum kein Geschäft offen hat, rechnen wir damit, dass es am Sonntag – wie früher beim Coop-Laden – einen Run auf den Laden gibt», sagt René Burger gegenüber Telebasel.

230’000 Franken benötigt

Die Genossenschaft braucht für diesen ersten Schritt etwa 230’000 Franken. Bereits gebe es Interessenten, die Anteilsscheine gekauft haben. René Burger rechnet damit, dass die Genossenschaft im Laufe der nächsten sechs Wochen einen grossen Teil des Startkapitals zusammenbringen könnte.

Dabei lassen sich die rund 40 Genossenschaftsmitglieder nicht von der günstigen Konkurrenz auf der Lörracher Seite jenseits der Grenze einschüchtern. Auch der Einwand, dass sich nur gerade drei Tramstationen weiter – im Riehener Dorfzentrum – gleich mehrere Grossverteiler befinden, lassen sie nicht gelten. Wie Burger betont, werde das Quartier aufgrund der günstigen Mieten von vielen Senioren und Familien bewohnt. Diese seien froh um eine Einkaufsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe.

Skepsis und Lob beim Gemeinderat

Die vielen leeren Geschäfte und Beizen in Grenznähe sprechen Bände. Wie realistisch also das Vorhaben ist, ist in den Augen von Gemeinderat Felix Wehrli (SVP) schwierig einzuschätzen. «Ich finde es aber toll, dass sich die Anwohner um etwas kümmern, das für das Quartier wertvoll ist.»

Sein Kollege Daniel Albietz (CVP) findet es grundsätzlich begrüssenswert, dass nach einer genossenschaftlichen Lösung gesucht wird. Trotzdem sieht er darin eine grosse Herausforderung, da sich entscheiden muss, ob der hier der Markt spielt.

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