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Der Telebasel News Beitrag vom 12. April 2019.

Basel

«Die heilige Ku(h)ltur hat Rinderseuche»

Das überparteiliche Nein-Komitee zum Neubau Naturhistorisches Museum und Staatsarchiv befürchtet hohe Kosten und eine Trennung des Museumsherzens Basels.

Heute ist das überparteiliche Komitee «Nein zum Neubau!» vor die Medien getreten. Das breit abgestützte Komitee mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur lehnt das 214 Millionen Franken teure Neubauprojekt im Bahnhof St. Johann ab, wie es heute erläutert hat. «Das ist schlichtweg eine Schnapsidee», so Kunsthistoriker Thomas Bachmann.

Der Reihe nach: Im Januar 2019 hatte der Grosse Rat dem Neubauprojekt für das Naturhistorische Museum Basel und das Staatsarchiv Basel-Stadt zugestimmt. Dagegen wurde das Referendum ergriffen und kam zustande. Am 19. Mai 2019 entscheidet nun das Basler Stimmvolk über das Projekt. Und dieses sei «konzeptlos, überteuert und verfehlt», so die Gegner heute.

Stich ins Museumsherz

Mit dem Projekt im St. Johann werde das heute bestehende und gut funktionierende Basler «Museumsherz» der fünf staatlichen Museen in der Innenstadt auseinandergerissen. Für Besuchende sei das ein Nachteil und führe zu einer Attraktivitätsminderung, argumentieren die Gegner.

(Der Telebasel News-Beitrag vom 19. März 2019.)

Die hohen Kosten seien ein weiterer Schwachpunkt. «In den nächsten zehn Jahren erwarten uns Kosten von einer halben Milliarde für Museumsbauten und – sanierungen», so Daniel Seiler, FDP BS. Der Berri-Bau soll für das Antikenmuseum bereit gemacht werden. Auch das Kunstmuseum und das Historische Museum hätten einen riesigen Sanierungsbedarf. «Dieses Projekt drückt die Kosten unnötig nach oben.»

Die Regierung lasse seit Jahren eine klare Strategie in der Museumspolitik vermissen. «Statt Schwerpunkte zu setzen soll alles gefördert und ausgebaut werden. Dieser Museumsgigantismus bedroht kleinere Kulturinstitutionen, weil die Museen einen grossen Teil des Kulturbudgets beanspruchen», so das Nein-Komitee. Und Thomas Bachmann doppelt nach: «Diese Stadt ist in einer Kulturkrise, weil niemand etwas ernsthaftes unternehmen will, wenn es um Kultur geht: Der Grosse Rat nicht und das Präsidialdepartement auch nicht», so Bachmann. «In dieser Stadt ist die Kultur eine heilige Kuh, diese Kuh, die hat BSE!»

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