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Der Telebasel News-Beitrag vom 11. April 2019.

Basel

Das Leben zuhause mit einem Flüchtling

Barbara Faigle lebt seit drei Monaten mit einem afghanischen Flüchtling zusammen. Ihre Erfahrung ist durchwegs positiv. Das ist aber nicht bei allen so.

Barbara Faigle (55) und Rahmatullah Hossaíni (22) wohnen seit drei Monaten unter einem Dach. Im Rahmen des Gastfamilien-Projekts der GGG Benevol bietet Barbara Faigle dem Flüchtling ein Zimmer in ihrer Wohnung an. Gemeinsame Zeit verbringen die Beiden oft beim Kochen oder beim Spielen. «Da können wir uns halt einfach locker unterhalten und so auch ein bisschen austauschen. Es ist eine nette Ablenkung und auch ein Zusammenfinden», so Barabara Faigle.

Rahmatullah Hossaíni kam 2015 aus Afghanistan in die Schweiz. Mit der WG bei der deutschen Architektin hat der Flüchtling sein erstes eigenes Zimmer. Jetzt fühlt er sich zuhause. «Das Schönste ist für mich, dass ich jeden Tag Deutsch spreche. Ich lerne hier jeden Tag dazu. Ich bin hier sehr glücklich.»

Falsche Erwartungen

53 Gastfamilien hat GGG Benevol vermittelt. Der Wohnvertrag dauert jeweils neun Monate und kann verlängert werden. Vorab geht Barbara Rosslow von der GGG aber bei den potentiellen Gastfamilien vorbei und klärt ab. «Ich schaue mir die Wohnung an. Hat es ein Zimmer, hat es ein Fenster, ist das Zimmer vorhanden? Aber auch, was sind überhaupt die Beweggründe der Gastfamilien.»

Probleme zwischen Gastfamilien und den Geflüchteten gebe es selten. 38 Wohnverhältnisse der 53 seien verlängert worden. Wenn ein Wohnverhältnis scheitere, dann liege das an den Erwartungen. «Die meisten Geflüchteten kommen aus Eritrea, Afghanistan oder Syrien. Die sind sehr höflich, aber zurückhaltend. In anderen Kulturen öffnet man sich nicht so sehr, man erzählt weniger und gibt persönliche Dinge nicht so preis», so Barbara Rosslow.

Für Barbara Faigle und Rahmatulla Hossaíni stimmt es. Beide Seiten könnten sich schon nach drei Monaten vorstellen, das Wohnverhältnis zu verlängern.

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