Zwei Drittel aller Staaten haben Amnesty zufolge die Todesstrafe abgeschafft oder verhängen sie in der Praxis nicht mehr. (Symbolbild: Keystone)

International

Amnesty International meldet 690 Hinrichtungen

Weltweit lagen 2018 die Hinrichtungen mit 690 Fällen auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das geht aus einem Bericht von Amnesty International hervor.

Mindestens 690 Menschen in mindestens 20 Ländern sind im vergangenen Jahr nach Angaben von Amnesty International hingerichtet worden. Allerdings umfasst der am Mittwoch veröffentlichte Bericht der Menschenrechtsorganisation zu Todesstrafen im Jahr 2018 nur die dokumentierten Exekutionen.

Amnesty schätzt, dass in China, das keine offiziellen Zahlen herausgibt, «tausende» Menschen hingerichtet wurden – mehr als im Rest der Welt zusammengenommen.

Die Zahl der dokumentierten Hinrichtungen ist den Angaben zufolge zwar mit 690 Fällen auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. Im Jahr 2017 waren es demnach noch 993 Exekutionen. Im Jahresbericht bon Amnesty International werden Exekutionen in insgesamt 20 Ländern dokumentiert, drei Staaten weniger als im Jahr zuvor.

Iran führt die Statistik an

Der Iran führt die Statistik vor Saudi-Arabien, Vietnam und dem Irak an. Im Iran wurden demnach mindestens 253 Menschen hingerichtet, in Saudi-Arabien 149, in Vietnam 85 und im Irak 52. Insgesamt sind die vier Staaten für 78 Prozent der Exekutionen verantwortlich.

Im Iran ging die Zahl der Hinrichtungen im Vergleich zum Vorjahr zwar deutlich zurück, das Land setze aber seine völkerrechtswidrige Praxis fort, Menschen zu verurteilen und hinzurichten, auch wenn diese zum Tatzeitpunkt minderjährig waren, erklärte Amnesty. In den USA wurden 25 Menschen hingerichtet.

«142 Staaten wenden die Todesstrafe heute nicht mehr an»

Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr mindestens 2’531 Todesurteile in 54 Ländern neu gefällt. Zwei Drittel aller Staaten haben Amnesty zufolge die Todesstrafe abgeschafft oder verhängen sie in der Praxis nicht mehr. «142 Staaten wenden die Todesstrafe heute nicht mehr an, 1987 waren es nur 69 – das ist eine wichtige Entwicklung zu einer Welt ohne Hinrichtungen», erklärte Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland. Die Menschenrechtsorganisation setzt sich für die vollständige Abschaffung der Todesstrafe ein.

Einen deutlichen Anstieg der Todesurteile um mehr als 75 Prozent verzeichnete Amnesty in Ägypten, von 402 im Jahr 2017 auf mindestens 717. Viele davon gingen auf Massenverurteilungen nach «unfairen Verfahren» zurück, teilte Amnesty mit.

In Burkina Faso wurde die Todesstrafe im vergangenen Jahr den Angaben zufolge abgeschafft. Gambia und Malaysia hätten ein Moratorium erlassen und verzichteten bis auf weiteres auf Hinrichtungen.

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