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Der Telebasel News-Beitrag vom 9. April 2019.

Basel

So schützen Sie Ihre Kinder vor Missbrauch im Netz

Die Jugend- und Präventionspolizei zeigt auf, was Kinder und Eltern tun können, wenn plötzlich Nacktbilder der Minderjährigen im Netz kursieren.

Insgesamt rund 50’000 Fotos und Videos von Minderjährigen mit sexuellen Handlungen soll ein Baselbieter Lehrer in verschiedenen Chats gesammelt haben. Der aktuelle Strafprozess dazu zeigt, wie gefährlich ein harmloser Chat für Kinder und Jugendliche enden kann.

Die Jugend- und Präventionspolizei setzt sich täglich mit Fällen auseinander, in denen Kinder und Jugendliche unter den Folgen verschickter Nacktbilder leiden.

Zum Trend geworden

In den meisten Fällen sind es Bekannte, meist der Freund oder die Freunde, an welche die Jugendlichen die Nacktfotos schicken, doch auch Unbekannte, Erwachsene erschleichen sich im Netz das Vertrauen Minderjähriger. In beiden Fällen sind Mädchen und Jungs gleich gefährdet.

Tosca Stucki von der Jugend- und Präventionspolizei beobachtet: «Es ist Trend geworden in den letzten Jahren. Irgendwie gilt es als cool, seinem Freund oder seiner Freundin Nacktbilder zu schicken. Nach der Trennung sind die Bilder dann immer noch auf dem Handy».

Häufig werden die Minderjährigen dann erpresst, weiter Bilder und Videos von sich zu schicken. Angedroht wird meist damit, die Bilder zu veröffentlichen

Was Eltern tun können

Vertrauen aufbauen

Wichtig sei es, wie Tosca Stucki erklärt, dass die Eltern ein tiefes Vertrauen zu den Kindern aufbauen und ihnen vermitteln, dass nichts passiert, wenn sie erzählen, dass sie Nacktbilder verschickt haben. Trotz grosser Scham, die die Kinder verspüren, sollten sie sich an die Eltern wenden können.

Thema ansprechen

Bevor es überhaupt so weit kommt, dass Nacktfotos verschickt werden, sollen Eltern frühzeitig das Thema ansprechen und auf die Gefahren hinweisen.

Nachfragen

Zieht sich ein Kind zunehmend zurück und chattet sehr viel, sollen Eltern nachfragen und das Gespräch suchen.

Zur Polizei gehen

Wendet sich das Kind an die Eltern, braucht es unbedingt Unterstützung. Auch wenn es dem Kind peinlich ist, sollten sich die Eltern und das Kind an die Polizei wenden.

Was Kinder und Jugendliche tun können

Bauchgefühl

Beim Chatten mit Fremden immer aufs Bauchgefühl hören, besonders dann, wenn der Chatpartner nach persönlichen Daten, wie etwa der Wohnadresse, fragt. Egal, ob bei Fremden oder Bekannten, erzählt Tosca Stucki, die Jugendlichen sollen sich immer folgende Fragen stellen: «Warum will diese Person das Bild von mir? Würde ich es auch so am Barfi aufhängen?»

Blockieren

Geht etwas schief und erpresst der Chatpartner die Minderjährigen mit den Bildern, sollte der Jugendliche auf keinen Fall darauf eingehen, aber den Chatpartner sofort blockieren.

Dokumentieren

Auch wenn es unangenehm und peinlich ist, keines der Nacktbilder darf gelöscht werden. Alle Informationen zur Person und zum Missbrauch müssen gesammelt und dokumentiert werden.

Hilfe holen

Toska Stucki empfiehlt den Jugendlichen sich Hilfe von einer erwachsenen Bezugsperson zu holen.

Zur Polizei gehen

Mit den gesammelten Screenshots, Chats und Bildern sollen die Minderjährigen dann zur Polizei gehen, damit diese etwas gegen den Missbrauch tun kann.

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