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Der Telebasel News-Beitrag vom 9. April 2019.

Schweiz

Pferde am Sechseläuten: «absolut verwerflich»

Der Basler Tierschützer Olivier Bieli reist mit seinem Vater nach Zürich. Er will dokumentieren, wie stark Pferde am Sechseläuten leiden.

Der Zürcher Traditionsanlass Sechseläuten ist seit Jahren in Kritik, weil Pferde eingesetzt werden. Der Basler Tierschützer Olivier Bieli ist mit seinem Vater Oswald dieses Jahr extra nach Zürich gereist, um mit Kameras zu dokumentieren, wie sehr die Tiere leiden. Damit wollen sie ihre Kampagne «Für ein Zürcher Sechseläuten ohne Tierleid» auf Facebook weiterführen. Telebasel hat die beiden Tierschützer auf ihrer Suche in Zürich begleitet.

Dokumentation des Tierleids

Zunächst sehen sich Olivier und Oswald Bieli die Pferde am Umzug der Zürcher Zünfte an. Genau beobachten sie, ob die Tiere nervös mit den Ohren spielen, tänzeln, vor dem Maul schäumen oder sich gegenseitig am Kopf schlagen. Dies seien Zeichen, dass die Tiere gestresst seien, so Olivier Bieli.

Sie vermuten, dass die Tiere mit Beruhigungsmedikamenten sediert werden. Indizien seien müde Augen oder bei den Hengsten ein herabhängender Penis; in der Fachsprache reden die beiden von «ausgeschachtet». Alles fotografieren und filmen die beiden Tierschützer. Wenn sie mit Zürcher Zuschauern über ihre Tierschutz-Kampagne sprechen, finden sie nicht bei allen Zuspruch. Doch es gibt einige, die sagen, der Zunftanlass sei Tierquälerei.

Die Hauptattraktion der Zürcher Grossveranstaltung findet auf dem Sechseläuten-Platz statt. Der Böög auf dem riesigen Scheiterhaufen wird jeweils um 18 Uhr angezündet. Der Böög ist mit vielen Knallkörpern bestückt: Schweizerkracher, Kanonenkracher und Donnerschläge. Gemessen wird die Zeit vom Anzünden bis dessen Kopf explodiert. Je länger es dauert, desto später werde der Sommer einsetzen, sagt der Volksmund. Mit offiziell gemessenen 17 Minuten und 44 Sekunden soll es also 2019 eine durchschnittliche Sommerlänge geben.

Pferde meiden Feuer und Lärm

Die beiden Tierschützer interessieren sich nur für die Knallkörper, die in der sieben Meter hohen Figur eingebaut sind. Wenn diese explodieren, wird es auf dem Platz so laut wie in Basel, wenn der Wild Maa am Vogel Gryff die Kanone donnern lässt. Die Pferde sind mit Gehörschutz ausgerüstet. Doch die beiden machen Unsicherheiten in einigen Reitergruppen aus, die den brennenden Böög in schnellem Galopp umrunden. Das laute Knallen und Feuer seien nichts für Pferde, die Fluchtiere seien und Feuer meiden.

Zwei Unfälle mit Pferden

Pferde an diesem Anlass seien «absolut verwerflich», stellt Olivier Bieli schliesslich fest. Auch am Umzug durch die Stadt hätten sie viele gestresste Pferde entdeckt. Passiert ist allerdings glücklicherweise wenig.

Auf Anfrage von Telebasel sagt die Zürcher Polizei, es habe zwei Unfälle mit Pferden gegeben: Ein Pferd sei gestürzt und dabei heil geblieben. Beim zweiten Unfall sei ein Teilnehmer von der Kutsche gefallen, und danach verletzt ins Spital gebracht worden.

Mit den Bildern wollen die Tierschützer erreichen, dass Pferde am Zürcher Sechseläuten ebenso verboten werden, wie sie es in Basel an der Fasnacht anstreben. Ihre Petition haben bislang über 10’000 Basler unterschrieben.

3 Kommentare

  1. “Habt ihr keine anderen Sorgen als Traditionen zu torpedieren?” Deine Aussage ist so dämlich, dass ich nicht weiss ob ich weinen oder lachen soll. Traditionen hin oder her, bei Tierquälerei hört der Spass einfach auf. Du tust mir leid, du hast anscheinend keinen blassen Schimmer durch was für ein Leiden diese Tiere gehen nur damit genau solche Menschen wie du sich daran bespassen können. Pferde sind Lebewesen genau wie ich und du. Wirst du zum Spass von anderen misshandelt? Wirst du gezwungen dich gegen deine natürliche Instinkte zu wehren? Absolut nicht! Öffne doch wenigstens die Augen. Wenn du es schon nicht verstehen kannst, dann versuch wenigstens deinen gesunden Menschenverstand wiederherzustellen und Personen welche Hilfsbedürftigen, in diesem Fall den Pferden, wirklich helfen zu respektieren und zu unterstützen. Vielleicht auch schon was von Nächstenliebe gehört? das gilt übrigens unter allen Lebewesen..

    Danke Olivier und Oswald Bieli und Telebasel, ihr seid wahre Helden.Report

  2. Telebasel ist anscheinend der Stiefelhalter von Herr Bieli, immer und überall wo dieser auftaucht ist der Lokalsender mit dabei. Frage habt ihr keine anderen Sorgen als Traditionen zu torpedieren?Report

  3. Das Problem bei der ganzen Sache, ist nicht unbedingt das Ganze drum herum. Das Grundproblem ist ganz einfach, dass die Tiere mittlerweile nur noch 2 – 3 Mal pro Jahr zum Einsatz kommen. Dadurch können sie sich auch nicht daran gewöhnen und es dann entsprechend ausblenden. Und gerade aus diesem Grund, müssten die Pferde sofort weggelassen werden. Tradition hin oder her, das Tierwohl aber vor allem, der Respekt gegenüber den Tieren, sollte es den Befürwortern eigentlich klar machen, dass diese Pferde dies wirklich nicht verdient haben.Report

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