Der Autoverkehr soll in Zukunft zügiger vorankommen. (Bild: Keystone)

Basel

Stadt Basel plant künstliche Rotlicht-Staus

Mit längeren Rotlichtphasen an den Ampeln will das Baudepartement mehr Staus provozieren. Dadurch soll die Verkehrslage für ÖV und Velo verbessert werden.

An der Dreirosenbrücke/Klybeckstrasse sowie an der Grenze zu St-Louis/Elsässerstrasse versuchte das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) neue Stauräume zu bilden. Um dies zu erreichen, wurden Fahrzeuge durch Rotlichter zurückgehalten. Doch die erhoffte Verflüssigung des Verkehrs traf nicht ein. Die Autofahrer suchten sich Quartierstrassen als Schleichwege. Trotzdem will der Regierungsrat diese Strategie vorantreiben. Es sind weitere «Stauräume» geplant, schreibt die «Basler Zeitung».

«Der Autoverkehr soll konsequenter auf den Hauptverkehrsachsen unterwegs sein und hier zügiger vorankommen», sagt Regierungsrat Hans-Peter Wessels gegenüber der «Basler Zeitung». Dies entlaste die Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr und erhöhe die Lebensqualität. Zusätzlich soll in Zukunft eng mit den Gemeinden in der Umgebung zusammengearbeitet werden. Am stärksten betroffen seien laut BVD Saint-Louis im Elsass, Allschwil und Muttenz. Ausserdem soll es eine bessere Wegweisung geben.

Zukünftige Veränderungen

Das Vorhaben sowie der Kredit von 1,22 Millionen für das Projekt müssen noch gutgeheissen werden, seien jedoch nur reine Formsache. Zudem erhofft sich die Behörde, dass der motorisierte Individualverkehr sich auf Autobahnen und verkehrsorientierte Strassen begrenzt.

Während den Hauptverkehrszeiten sollen die Rotlichtsequenzen verlängert werden, um so den Verkehr besser zu kontrollieren und flüssiger zu gestalten. Das heisst für Autofahrer mehr Zeit und Geduld. Das BVD verspricht jedoch: Die Dosieranlagen werden so eingestellt, dass weder der Verkehrsablauf an benachbarten Knoten noch der öffentliche Verkehr behindert werden. Erstmals tauchten die längeren Rotlichtphasen 2017 in der politischen Agenda auf.

Stau im Baselbiet?

Im Baselbiet löst der Entscheid der Basler Regierung Verwunderung aus. Die Änderungen des Verkehrsregimes sei nicht besprochen worden, sagt Sabine Pegoraro gegenüber der «Basler Zeitung». Es sei nicht in ihrem Sinne, dass Staus in Richtung Baselland verlagert werden.

1 Kommentar

  1. Immer wenn ich einen Stau sehe mache ich mir ein mentales Bild, um wieviele Menschen es sich eigentlich handelt. Die hätten alle in einem gewöhnlichen Bus platz. Es sitzen fast alle ALLEIN in ihren Blechkarossen! Staus sind ein Pseudo-problem, das nicht damit zu lösen ist, dass noch mehr Asphalt ausgerollt wird.Report

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