Featured Video Play Icon

Basel

Der Lällekönig ist weg

Anstelle des Basler Wahrzeichens klafft an der Schifflände ein Loch an der Wand. Wann der stadtbekannte Lällekönig wieder da sein wird, ist noch nicht bekannt.

Oh Schreck, hier klafft ein Loch an der Wand. Normalerweise streckt hier einer der bekanntesten Bebbi allen Passanten die Zunge raus. Jedem Kind in Basel muss «hier» wohl nicht näher vorgestellt werden, wer «hier» gemeint ist. Der Lällekönig gehört längst zu den bekanntesten Emblemen der Stadt.

Umso seltsamer mutet daher seine unangekündigte Abwesenheit an. Keine Angst: Der freche Monarch befindet sich gerade in der Revision. Das bestätigt eine Anfrage von Telebasel bei den Eigentümern der Liegenschaft. Da die Ansprechperson für die Angelegenheit momentan im Ausland weilt, ist über den Verbleib des gekrönten Grimassenschneiders nicht mehr, als das bekannt.

Lällekönig-Comeback ist gewiss

Ebenfalls offen ist, ob der Lällekönig bald wieder eine Beiz zu hüten hat. Bei der Fassade hingegen dürfte sich nicht viel ändern, da diese denkmalgeschützt ist. «Wann genau der Lällekönig-Kopf wieder am angestammten Platz montiert wird, weiss ich leider auch nicht», sagt Thomas Lutz, stellvertretender Leiter der Denkmalpflege gegenüber Telebasel. «Jedenfalls muss man sich keine Sorgen machen.»

Der «verschwundene» Kopf stammt aus dem Jahr 1941. Die Basler Bildhauerin Rosa Bratteler (1886-1960) kreierte die Skulptur mit dem Elektromotor. Am gleichen Eckgebäude ist aber noch ein zweiter König auszumachen, der trotz Sanierung weiter über dem Eingang thront. Das Hauszeichen aus Stein stammt aus dem Jahr 1914 und ist somit älter als sein beweglicher Kollege.

Nachfolger des Original-Kopfes

Das Vorbild der beiden Könige stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der Original-Lällekönig aus Kupfer ruht heute im Historischen Museum. Schon Ferdinand Albrecht I., Prinz von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, fiel eine lustige Fratze bei einem Aufenthalt in Basel anno 1658 auf. Er widmete einem von einem Uhrwerk betriebenen Kopf am Rheintor ein paar Zeilen. Mit dem Abbruch des Brückentors verschwand der Lällekönig 1839 aus der Öffentlichkeit. Erst später fand er im Kopf von Rosa Bratteler seinen Nachfolger.

Noch immer eine leere Beiz

Sicher ist nun, dass der Lällekönig auch in Zukunft bei der Schifflände seine Spässe vollführen wird. Was aber aus dem gleichnamigen Lokal wird, ist noch offen. Wie Thomas Lutz erklärt, ist das Innere des Lokals im Erdgeschoss sanierungsbedürftig. Seit rund zwei Jahren steht die Beiz leer. Gemäss «bz Basel» wurde im Februar 2017 der Konkurs über die letzten Pächter eröffnet. Da ein möglicher Nachfolger dann doch absprang, mussten sich die Eigentümer auf die Suche begeben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*