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Der Telebasel News Beitrag vom 3. April 2019.

Basel

Streit zwischen Embolo und Mietern vorläufig beigelegt

Fussball-Star Breel Embolo muss Mieter in seiner Liegenschaft länger wohnen lassen. Die Schlichtungsstelle hat die Kündigungsfrist verlängert.

Der Basler Fussballstar Breel Embolo ist wegen seiner Liegenschaft an der Kannenfeldstrasse in Basel in die Schlagzeilen geraten. Die Zeitung «Schweiz am Wochenende» hat berichtet, dass Embolo allen zwölf Mietparteien kündigte, um das Haus zu sanieren. Der Termin ist Ende März 2019 abgelaufen. Zwei Mietparteien sind nicht ausgezogen und fechten diese Kündigung an. Die Basler Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten hat heute Mittwoch 3. April 2019 den Mietern eine Frist gewährt: Eine Mieterin darf einen Monat länger bleiben, bis sie im Mai in ihre neue Wohnung einziehen kann. Die zweite Mietpartei erhält eine Fristerstreckung bis Ende September.

Der Mieterverband beider Basel unterstützt die beiden Mietparteien. Der Verband hält die Kündigungen für «missbräuchlich. Die Schlichtungsstelle kommt zu einer anderen Einschätzung: Die Kündigungen seien rechtens. An der Verhandlung offerierte Breel Embolos Anwalt der Familie, dass  sie bis zum Auszug keine Miete mehr bezahlen müsse. Dazu erhält sie 3’000 Franken an die Umzugskosten. Alle Parteien können innert zehn Tagen Einsprache erheben und den Fall vor das Basler Zivilgericht weiterziehen.

Kündigungen wurden zum Streitfall

Breel Embolo hatte die Liegenschaft an der Kannenfeldstrasse kurz vor seinem Wechsel vom FC Basel zum FC Schalke 04 erworben, wie die «bz Basel» berichtete. Sie umfasst zwölf Wohnungen. Laut der zuständigen Immobilienfirma ist die Liegenschaft sanierungsbedürftig, und zwar so stark, dass die Mieter während der Umbauarbeiten nicht in ihren Wohnungen bleiben können. Dies zweifelt Beat Leuthardt, Co-Präsident des Mieterverbandes beider Basel, an: Es sei gewiss möglich, die Sanierung durchzuführen, ohne dass die Mieter dafür ausziehen müssen. Doch der Mieterverband hat bislang keine Einsicht in die Umbaupläne erhalten, um sich von Dringlichkeit der «Massen-Kündigung» zu überzeugen.

Embolo schweigt bislang

Die Familie wohnt seit 22 Jahren in dieser Wohnung beim Burgfelderplatz. Die sanierungsbedürftige Wohnung hat 3,5-Zimmer und umfasst 80 Quadratmeter. Die Familie sagt gegenüber Telebasel, sie zahle für die «sehr schöne, aber alte Wohnung» einen monatlichen Mietpreis von 1’500 Franken. «Die Kündigung belastet mich sehr», sagt die erwachsene Tochter, «der psychische Druck ist enorm.»  Für die Familie sei es ausserordentlich schwierig, eine neue Wohnung zu finden. Ob sie den Entscheid der Schlichtungsstelle akzeptiert, kann sie noch nicht sagen.

Der Eigentümer und Fussballer Breel Embolo selbst äusserte sich nicht zum Fall. Auch sein Zürcher Anwalt gibt keine Auskunft.

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