(Symbolbild: Keystone)

Schweiz

So wenig Asylgesuche wie seit elf Jahren nicht mehr

Im Rahmen einer Themenwoche widmet sich Telebasel den Flüchtlingen in der Region. Hier finden Sie aktuelle Zahlen zum Asylwesen in der Schweiz.

Vor vier Jahren nahmen die Flüchtlingszahlen in ganz Europa drastisch zu. Von «Flüchtlingskrise» war die Rede. Telebasel zeigt in der Themenwoche «Nach der Flüchtlingswelle» unter anderem, wie es den Geflohenen in der Region Basel nun geht und mit welchen Herausforderungen sie sowie auch die Bundesasylzentren und Gemeinden zu kämpfen haben.

Hier finden Sie die aktuellsten Zahlen zum Asylwesen in der Schweiz und den Kantonen Basel-Stadt und Baselland.

Elf-Jahres-Tief

In der Schweiz wurden im Jahr 2018 15’255 Asylgesuche gestellt – dies sind gegenüber dem Vorjahr 2’833 weniger. Es ist der tiefste Wert seit 2007. Das zeigt die Asylstatistik 2018 des Staatssekretariats für Migration (SEM):

Eingereichte Asylgesuche in der Schweiz. (Grafik: Telebasel)

Mit 1,9 Asylsuchenden auf 1’000 Einwohner (Vorjahr 2,2) liegt die Schweiz weiterhin deutlich über dem europäischen Mittel von 1,2 Asylsuchenden pro 1’000 Einwohner. Eine höhere Quote hätten in Europa gemäss SEM Griechenland mit 6,3, Zypern mit 5,7, Malta mit 4,8, Luxemburg mit 3,6, Schweden mit 2,2 und Belgien mit 2,1 Asylsuchenden pro 1’000 Einwohner aufgewiesen. In Deutschland waren es wie in der Schweiz 1,9 Asylsuchende pro 1’000 Einwohner.

Eritrea, Syrien und Afghanistan

Das wichtigste Herkunftsland von Asylsuchenden in der Schweiz war im Jahr 2018 Eritrea. Insgesamt 2’825 Asylgesuche von Eritreern wurden registriert. Danach folgten Syrien (1’393), Afghanistan (1’186), Türkei (1’005) und Georgien (873).

Asylgesuche: Wichtigste Nationen im 2018 in der Schweiz. (Grafik: Telebasel)

Alleine die Anträge der ersten zehn Länder machen laut SEM zwei Drittel (67,9 Prozent) aller 15’255 in der Schweiz eingereichten Asylgesuche aus.

Geringe Bedeutung als Zielland

Die Migrationslage in Europa habe sich im Jahr 2018 weiter stabilisiert. Durch die Massnahmen, welche die italienische Regierung im Verlauf des letzten Jahres ergriffen hat, sei es zu einer Reduktion der Migration über das zentrale Mittelmeer gekommen. In der Folge sei das Anlandungsvolumen auf dieser Route in der zweiten Jahreshälfte auf weniger als 1’000 Personen pro Monat zurückgegangen. Dadurch gebe es eine Ausweichbewegung über Marokko und Spanien – und diese Asylsuchenden würden nicht in die Schweiz reisen.

Die Schweiz habe ausserdem gegenüber dem nördlichen und dem westlichen Nachbarn als Zielland lediglich eine geringe Bedeutung. Ein grosser Teil der in Europa eintreffenden Migranten wolle nach Deutschland und Frankreich.

Flüchtlinge in der Region

Die Gesamtbevölkerungszahl Ende 2018 betrug im Kanton Basel-Stadt 200’256 Personen, davon sind 72’931 ausländischer Herkunft (36,4 Prozent). Darunter waren 1’353 anerkannte Flüchtlinge mit Asyl, 870 vorläufig Aufgenommene und 333 Asylsuchende. Im Baselbiet lebten Ende 2018 289’352 Menschen – 66’932 davon waren Ausländer (23,1 Prozent). 2’211 anerkannte Flüchtlinge gab es Ende 2018, 1’507 vorläufig Aufgenommene und 252 Asylsuchende.

Die Zahlen der anerkannten Flüchtlinge sind seit 2008 schweizweit und im Kanton Baselland um etwa den Faktor 2,5 angestiegen. In Basel-Stadt dagegen verdoppelte sich die Zahl der anerkannten Flüchtlinge im selben Zeitraum. Die europäische Flüchtlingskrise machte sich damit auch in der Schweiz und der Region Basel bemerkbar.

Telebasel Themenwoche

Die Telebasel Themenwoche «Nach der Flüchtlingswelle»: Vom 8. bis 12. April 2019 in den Telebasel News um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich, sowie im Telebasel Report am 10. April 2019 ab 19:40 Uhr stündlich und in einer Spezialsendung am 13. April 2019 ab 19:15 Uhr stündlich. Dazu laufend interessante Themen auf telebasel.ch.

Mehr Hintergründe und Informationen zum Thema finden Sie im Dossier «Nach der Flüchtlingswelle».

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