Panalpina nun mit 4,6 Milliarden bewertet. (Bild: Keystone)

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DSV übernimmt Panalpina für 4,6 Milliarden Franken

Der Schweizer Logistikkonzern Panalpina wird von DSV übernommen. Die Dänen bezahlen insgesamt 4,6 Milliarden Franken für die Basler.

Die drei grössten Panalpina-Aktionäre werden DSV ihre Aktien im Rahmen eines öffentlichen Tauschangebotes andienen. Vorausgegangen war dem Entscheid ein Konflikt im Aktionariat über die Zukunft von Panalpina.

Dabei standen sich lange zwei Lager gegenüber: Einerseits die Ernst Göhner Stiftung (EGS), die 46 Prozent an dem Unternehmen hält, andererseits Cevian Capital und Artisan Partners, die jeweils etwa 12 Prozent halten.

Während die Ernst Göhner Stiftung einen Alleingang verfochten hatte, zeigten sich die beiden aktivistischen Investoren von Beginn weg offen für einen Zusammenschluss. Nach der zweiten Angebotsaufbesserung durch DSV ist die Stiftung nun offenbar auch schwach geworden.

DSV hatte im Januar ursprünglich 170 Franken pro Panalpina-Aktie offeriert und legte in einem ersten Schritt auch 180 Franken nach. Nach einer neuerlichen Aufbesserung zahlt DSV nun 2,375 eigene Aktien pro Panalpina-Aktie. Das sind gemäss Kurs vom vergangenen Freitag 195,80 Franken je Aktie.

Damit wird der Basler Konzern mit 4,6 Milliarden Franken bewertet, wie DSV und Panalpina am Montag mitteilten.

Abschluss für viertes Quartal erwartet

Ein Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2019 erwartet, hiess es in dem Communiqué. Der Name der Gesellschaft soll dann in «DSV Panalpina A/S» geändert werden. Die Integration von Panalpina werde voraussichtlich zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen, sagte DSV-CEO Jens Björn Andersson zu Reuters.

Damit das Geschäft definitiv über die Bühne gehen kann, müssen insgesamt 80 Prozent der Panalpina-Aktionäre ihre Aktien andienen. Allein mit der EGS, Cevian sowie Artisan wird das Tauschangebot jedoch bereits von Aktionären unterstützt, die insgesamt 69,9 Prozent der Aktien halten.

Die EGS wird durch den Deal vom dominierenden Panalpina-Aktionär zum grössten DSV-Teilhaber. Nach Abschluss der Transaktion wird die Stiftung voraussichtlich rund 11 Prozent am dänischen Konzern halten.

Wie der offiziellen Voranmeldung des Deals zu entnehmen ist, erhält die Stiftung mit philanthropischem Zweck dann auch einen Sitz im Verwaltungsrat von DSV. Ausserdem hat sich die EGS dazu verpflichtet, während eines Zeitraums von zwei Jahren ihre DSV-Aktien nicht zu veräussern.

DSV wiederum hat sich mit dem Verwaltungsrat von Panalpina bereits über eine künftige Dividendenpolitik an die Aktionäre von DSV für die Zeit nach dem Zusammenschluss geeinigt. So soll eine Ausschüttungsquote von ungefähr 15 Prozent des Reingewinns angestrebt werden.

Cevian begrüsst Zusammenschluss

Zufrieden mit der getroffenen Übereinkommung sind vor allem auch die Minderheitseigner von Panalpina. «Wir sind davon überzeugt, dass der Zusammenschluss eine grosse industrielle Logik aufweist und eine der führenden Firmen der Logistikindustrie schaffen wird», sagte Lars Förberg, Co-Gründer von Cevian Capital, zu AWP.

Tatsächlich würde der kombinierte Pro-Forma-Umsatz nach Abschluss des Tauschangebots auf rund 118 Milliarden dänische Kronen (circa 18,2 Milliarden Franken) anschwellen. Zum Vergleich: Der Schweizer Logistik-Platzhirsch Kühne+Nagel erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von gut 20 Milliarden.

Die kombinierte Belegschaft der beiden Unternehmen wird sich auf rund 60’000 Mitarbeiter belaufen. Noch keine Statements machte DSV zu einem möglichen Stellenabbau, der mit der Übernahme verknüpft sein könnte.

Grundsätzlich verkaufen die beiden Firmen den Zusammenschluss aber als Wachstumsprojekt. Es gehe primär darum, weiter zu expandieren. In Fällen von Doppelbesetzungen könne es allerdings auch zu Streichungen kommen, war am Montag aus Unternehmenskreisen zu vernehmen.

Gleichzeitig hat Panalpina die Gespräche mit der kuwaitischen Agility über einen möglichen Zusammenschluss oder eine Kooperation beendet. Diese waren als Alternative zum Deal mit DSV präsentiert worden.

Panalpina wird in Dänemark dekotiert

Bereits klar ist auch, dass die Panalpina-Aktien von der Schweizer Börse SIX verschwinden werden. Die neue Gesellschaft «DSV Panalpina A/S» wird in Kopenhagen kotiert sein.

Mit dem Ende der Unabhängigkeit von Panalpina geht eine lange Firmengeschichte zu Ende. Die Gruppe war 1935 gegründet worden. Sie ging auf eine Rheinschifffahrtsgesellschaft zurück, deren Wurzeln gar bis ins Jahr 1895 zurück reichten. Die Kotierung an der Schweizer Börse SIX erfolgte 2005.

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