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Der Telebasel News Beitrag vom 30. März 2019.

Basel

Museum der Kulturen will Objekte zurückgeben

Einige der 330'000 Objekte des Museum der Kulturen sind auf dubiosem Weg in die Sammlung gekommen. Nun will man die rechtmässigen Besitzer ermitteln.

Seit der französische Präsident Emanuel Macron vor zwei Jahren mitteilte, man wolle Raubgüter an Afrika zurückgeben, diskutiert ganz Europa, wie man mit belastenden Museumsobkejekten umgehen soll. Basel wählt eine offensive Variante.

«Wir machen die Herkunft transparent»

In der neuen Ausstellung «Wissensdrang trifft Sammelwut» geht das Museum der Kulturen sehr offen mit der eigenen Geschichte um. Die Diskussion soll bewusst gefördert werden, sagen die Verantwortlichen. Zum Beispiel beim Herero-Schmuck, den ein deutscher Soldat zu Zeiten des Krieges von Südwestafrika Anfang 20. Jahrhunderts mitgebracht hat.

«Wir machen die Herkunft transparent. Wenn es dazu Fragen und Rückforderungen gäbe, würden wir in Kontakt treten und sehen, was dabei herauskommt. Ganz offen», erklärt Direktorin Anna Schmid.

Zwei Rückgaben in 13 Jahren

Teilweise gehe das Museum auch aktiv auf die Herkunftsländer zu. So geschehen im Fall einer Statue aus Indonesien. «In den 70er Jahren ist ein Mitarbeiter des Museums hingefahren, um zu klären, ob sie nicht zurückgehen sollten. Und die Menschen dort auf Sumba wollten nicht die Objekte zurückhaben, sondern sie wollten lieber neue», so Schmid.

In ihren 13 Jahren als Direktorin habe es genau zwei Anfragen für eine Rückgabe gegeben. Das Museum sei beiden Forderungen nachgekommen. Weil es aber keine Richtlinien gibt, ist es immer etwas unklar, wer denn Anrecht darauf hat, solche Forderungen zu stellen.

Wer jetzt Lust bekommt, sich mit diesem umstrittenen Thema auseinanderzusetzen, hat noch Zeit. Die neue Ausstellung dauert noch bis im Januar 2020.

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