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Der Telebasel News Beitrag vom 29. März 2019.

Basel

Kubismus-Schau der Spitzenklasse

Der Kubismus führte zu einer radikalen Wende in der Kunst. Das Kunstmuseum Basel beleuchtet diese Epoche der Kunstgeschichte in einer Schau der Spitzenklasse.

«Kosmos Kubismus. Von Picasso bis Léger» heisst die am Donnerstag vorgestellte und bis zum 4. August dauernde Ausstellung. Mit rund 130 hochkarätigen Werken gibt sie einen breiten Überblick über jene Jahre, in denen die künstlerische Avantgarde in Paris einen Bruch mit den bis dahin geltenden Bildgewohnheiten vollzog.

Zu sehen sind Werke von Pablo Picasso und Georges Braque in hoher Dichte und Arbeiten von weiterer Künstler, wie Juan Gris, Robert und Sonja Delaunay, Fernand Léger oder Henri Le Fauconnier – Gemälde, Collagen und Assemblagen, aber auch Plastiken aus der Zeit von 1907 bis nach dem Ende des Ersten Weltkriegs um 1918.

Auf die Beine gestellt hat das Kunstmuseum die Austellung zusammen mit dem Centre Pompidou in Paris. Beide Häuser haben Kubismus-Sammlungen, die laut Kunstmuseumsdirektor Josef Helfenstein zu den weltbesten zählen; Basel erhielt sie dank einer Schenkung des Mäzens Raoul La Roche (1889-1965).

Telebasel Regio vom 1. April 2019.

Eine Kunstrevolution

Der Kubismus begann sich ab 1907 in den Bildern von Pablo Picasso und Georges Braque herauszubilden: Die Formen brachen auf, die illusionistische Darstellung wurde obsolet, Buchstaben und Zeichen hielten Einzug, ebenso neue Materialien im neu erfundenen Werktypus der Collage oder Assemblage, die «hohe Kunst» wurde vom Sockel geholt.

Mit «Leichtigkeit und Experimentierfreude» seien hunderte Jahre Kunstgeschichte «quasi weggefegt» worden, sagte Kuratorin Eva Reifert. Picasso und Braque waren treibende Kraft. Ab 1910 nahmen indes Juan Gris, Fernand Léger und andere die neue Bildsprache auf und zeigten ihre Werke in den Pariser Salons, was zu deren Verbreitung beitrug.

Die Ausstellung zeigt in neun Räumen chronologisch die Facetten der Entwicklung eines Jahrzehnts: vom Primitivismus – dem Einbezug aussereuropäischer Elemente – und dem Einfluss Cézannes über das Aufbrechen der Form, dem Einsatz von Zeichen und Buchstaben bis zur Farbe und Collage, den kubistischen Salons und den Kriegsjahren.

Neu konzipiert

Gegenüber der Ausstellung im Centre Pompidou, wo sie schon seit vergangenem Oktober zu sehen war, wurde die Zahl der Exponate von 330 auf 130 gesenkt. Dies sei indes leicht gefallen, da die Basler Ausstellung die Akzente anders setze und die Qualität der Basler Bestände herausstächen, sagten Eva Reifert und Josef Helfenstein.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, konzipiert vom Centre Pompidou und in Deutsch und Englisch herausgegeben vom Kunstmuseum Basel. Zudem gibt es ein Begleitprogramm. In Basel setzt die Schau zudem einen weiteren Akzent auf Picasso, denn dessen Frühwerk ist bereits in der Fondation Beyeler in Riehen zu sehen (noch bis 26. Mai).

Picasso dominiert Basels Kunstwelt

Die Fondation Beyeler zeigt derzeit die blaue und rosa Periode von Pablo Picasso. Diese noch sehr gegenständliche Schaffenszeit Picassos dauerte von 1901-1906. Die Kubismus-Ausstellung im Kunstmuseum 1906-1918 schliesst unmittelbar an diese Zeit Picassos an. Die Ausstellung ist chronologisch in neun Räumen aufgebaut. «Das erste Gemälde der Kubismus-Ausstellung gehört zeitlich eigentlich zur Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen», sagt die Mediensprecherin des Kunstmuseums, Karen Gerig, gegenüber Telebasel. Die Abstimmung der beiden Ausstellungen sei jedoch «reiner Zufall». Für Basel ein grosser Glücksfall. So kann man Picasso gleich in zwei hochkarätigen Kunsthäusern bewundern.

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