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Anna Aaron im Telebasel Talk vom 28. März 2019.

Basel

Magischer Luftgeist des Schweizer Indie Pops

Wenn sie ein Album veröffentlicht, berichtet sogar der deutsche «Spiegel». Anna Aaron ist der magische Luftgeist des Schweizer Indie Pops.

Herzklopfen in der Basler Musikszene: Am kommenden Samstag tauft Anna Aaron im Sommercasino ihre dritte Lang-CD «Pallas Dreams».

Die Künstlerin hatte kaum je Berührung mit den Top Ten. Aber trotz Karrierelöchern rapportierte das deutsche Nachrichtenmagazin «Spiegel» getreulich über das Schaffen der Baslerin. Und in welchem Ton! «Die Dornenkrone hat sie auf dem Covermotiv gerade abgenommen, das Blut ist noch frisch», hiess es zu ihrem Debüt «Dogs in Spirit» (2011). Nicht weniger aufwühlend die Sätze zu den aktuellen Songs: «Der grosse Befreiungsschlag ist es nicht, eher eine behutsame Wundpflege, bei der immer wieder Schmerz und Leidenschaft aufblitzen».

Himmelhochjauchzend bis zur Beunruhigung

Bei Anna Aaron greifen Musikjournalisten zu den dramatischen Vokabeln. Kostproben: «Die Hohepriesterin mit bittersüsser Zunge» («bz Basel»), «Sie navigierte durch die Dunkelheit» («Basler Zeitung»). Was ist denn da los? Sind doch einfach schöne Lieder. Aber eben mit weit grösserer Differenziertheit und dynamischer Bandbreite als heute im Mainstream üblich: himmelhochjauchzend bis zur Beunruhigung. Wie etwa «Moskito»:

(Video: Youtube/Anna Aaron) 

Heilige, intime Momente

«Ein riskanter Auftritt wird zum Triumph: Anna Aarons Auftritt zum Abschluss des ersten Konzertabends setzt einen Höhepunkt der Festivalgeschichte», schrieb die «Tageswoche» zu ihrem Comeback 2018 an der BScene – nach zweijähriger Konzertabstinenz, nach der Krise mit ihrem Zweitling «Neuro» (2014).

Cécile Meyers (bürgerlicher Name) Verwundbarkeit scheint der Künstlerin Anna Aaron eine im Pop-Geschäft seltene Fallhöhe vorzugeben. Empört singt sie in «Why not» über eine wohl bittere Liebeserfahrung: «Warum in heiligen, wehrlosen Momenten nicht gleichgültig sein?» («Why not be careless in defenseless sacred moments») – «and you fucked me over»:

(Video: Youtube/Anna Aaron) 

Biblische und griechische Mythologie

Anna Aaron wuchs in England, Asien und Neuseeland auf. Ihre Eltern waren Missionare. Sie studierte Germanistik und Philosophie. «Ich arbeite gern mit Symbolik, versuche, Emotionen anhand von Beispielen auszudrücken, die universell zugänglich sind. Darum arbeite ich gerne mit der biblischen oder auch griechischen Mythologie. Da findet man tief in uns verankerte Symbolfiguren, die unsere westliche Zivilisation geprägt haben und die jeder versteht», sagte sie 2011 der «Coopzeitung».

Das hat sich gehalten: Sei es die Anrufung heiliger, intimer Momente in «Why not» oder das Motiv der Pietà im Video zum Song «Moskito».

Die 34-jährige Künstlerin Anna Aaron über ihr Leben und ihre Arbeit im Telebasel Talk vom Donnerstag, 28. März 2019, um 18:40 Uhr und stündlich ab 19:15 Uhr. 

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