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Der Telebasel Report vom 27. März 2019.

Basel

Report: So will die Baselworld überleben

Einfach Stände vermieten war gestern – die Baselworld will als Erlebnisplattform zurück an die Spitze.

Die Baselworld will nicht mehr nur Messe sein, sondern eine Erlebnisplattform. Will heissen: Einfach nur Stände vermieten war gestern. Neu gibt es Konferenzen, Talks und Showeinlagen. Wichtigste Neuerung für die Bevölkerung: Die Messe orientiert sich erstmals explizit am Publikum: «Gewisse Brands brauchen längst keine Zwischenhändler mehr. Die möchten sich an der Baselworld direkt an den Endkonsumenten richten. Das werden wir ermöglichen», sagt Neo-Messechef Michel Loris-Melikoff gegenüber Telebasel.

Baselworld öffnet sich für Uhren-Community

Das Publikum ist aber nicht die einzige neue Zielgruppe: «Es wird spezielle Programme für Journalisten, Sammler aber auch Influencers geben. Grad für Letztere haben wir schon in diesem Jahr vieles ausprobiert. Das ist sehr gut angekommen», sagt Michel Loris-Melikoff. Man wolle die ganze Community ansprechen. Die Händler seien zwar noch immer wichtiger Teil der Veranstaltung. In einer digitalen Welt seien Sammler, Journalisten und Influencers aber eben auch wichtig.

Spezieller Fokus auf digitale Transformation

Einer der häufigsten Vorwürfe an die Baselworld war, dass sie die Anpassung an die Digitalisierung verpasst habe. Dem möchte man nun vehement entgegentreten, sagt Loris-Melikoff.

Dafür sorgen sollen spezielle Start-Up-Plattformen und Ausbildungs-Konferenzen. Aber auch Themen wie E-Commerce und E-Retail sollen aktiv behandelt werden. Shows und Seminare sollen in die ganze Welt gestreamt werden. Ohnehin sei die Messe nur noch Höhepunkt einer ganzjährigen Show, die vor allem im Internet stattfände: Mit Webseminaren, Podcasts, usw.

Auch Smartwatches haben Platz

Neben klassischen Uhren sollen neu auch vermehrt Smartwatches gezeigt werden. Sogar Themen wie Zeitmessung an Sportveranstaltungen sollen Platz haben. Wenn immer möglich durch Augmented Reality oder Virtual Reality in Szene gesetzt – und an speziell für Influencers eingerichteten Instagram-Spots besprochen werden.

Die Zielgruppen werden also massiv ausgeweitet. Die Bedürfnisse aller Community-Teilnehmer sollen befriedigt werden: «Das ist wahrscheinlich der Hauptwechsel: Es sind nicht mehr wir, die den Firmen sagen, wie sie ihr Geschäft machen sollen. Die Firmen kommen jetzt mit ihren spezifischen Zielen zu uns, und wir machen alles dafür, dass sie diese Ziele erreichen können», sagt Michel Loris-Melikoff gegenüber Telebasel.

Pop-Up-Events à la Art Basel

Was den Standort anbelangt, bekennt sich die Baselworld weiterhin klar zur Stadt Basel. Man werde sich aber vorbehalten, mit weltweiten Pop-Up-Messen auch international Stellung zu beziehen, wie das die Art Basel beispielsweise schon lange vormache.

Die Messe sei am Ende also weder einzig auf einen Standort fokussiert noch auf eine Woche im Jahr: «365 Tage im Jahr, weltweit», wolle man präsent sein, sagt Messeleiter Michel Loris-Melikoff.

Der Telebasel News-Beitrag vom 26. März 2019.

Hintergrund: Darum geriet die Baselworld in Schieflage

Horrende Standmieten, kaum bezahlbare Hotels und eine Messeleitung, die kaum zuhöre. Die Ressentiments gegenüber der Baselworld haben in den letzten Jahren massiv zugenommen. Tiefpunkt der Messe: Nick Hayek und seine Swatch Group verzichten 2019 gar auf eine Teilnahme. Eine Baselworld ohne Swatch – vor wenigen Jahren noch undenkbar.

Die Folge: Köpferollen bei der MCH-Group. Neben Baselworld-Chefin Sylvie Ritter musste auch MCH-Group-CEO René Kamm den Hut nehmen. Der neue Messeleiter Michel Loris-Melikoff will die Messe mit dem heute vorgestellten Konzept 2020+ nun wieder auf Kurs bringen.

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