Featured Video Play Icon
Telebasel Regio vom 26. März 2019.

Basel

Regio bei Tilmann Birr

«Ohne Zusätze» heisst das Stück von Tilmann Birr. Und der Name ist Programm: Nur mit seiner Stimme und einer Gitarre führte der Kabarettist durch den Abend.

Autor, Liedermacher und Kabarettist. Der deutsche Alleskönner Tilman Birr ist am vergangenen Freitag spontan im Teufelhof aufgetreten. Er ersetzte seinen kranken Kollegen Nils Heinrich. Der mehrfach ausgezeichnete Birr brachte das Basler Publikum zum Lachen. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er übrigens im Poetry Slam.

Neben der Bühne verlief jedoch nicht alles reibungslos: Birr bekundete einige Mühe mit dem Schweizerdeutsch, wie er auf Instagram humorvoll zugab.

View this post on Instagram

Wenn die Agentin anruft und sagt "Kannst Du morgen für vier Tage in die Schweiz fliegen?", denkt man erst: Uff! Doch dann sagt man zu, bucht einen Flug und kommt 36 Stunden später in Luzern an. Der Theaterleiter freut sich, dass man so schnell für den erkrankten Kollegen einspringen konnte: "Super, dass du da bischt! Hasch du di fauderwau beim zölidurli aufferbeitli xi?" Man lächelt und nickt. "Verstähsch du schwyzerdütsch?" "Ja, klar", sagt man. Man ist ja schließlich der Typ mit den vielen Dialekten auf der Bühne. Die Show geht los, sie wird live ins Radio übertragen. Der Moderator kündigt einen an: "Chutschliblatter zisch dr Tilman Birr vo rütlichou za tschätrxitti." Das Publikum bricht in lautes Gelächter aus. Was hat er gesagt? Man lächelt und nickt. Auf der Bühne redet man zehn Minuten über Dialekte. Publikum lacht. Klappt. Nach der Show ruft man beim Hotel an. Der Rezeptionist erklärt einem den Schlüsselsafe: "Da müsset Sie chwatscherblitti de Kchod igaabe. Drü, drü, nüüni, siemni. Und ganz wichtig: nie dr rapperfutter zum Haudechlaa gedööle." Man lächelt und nickt und sieht sich schon am Seeufer übernachten. Doch nachdem man drei Stunden später den Schlüsselsafe mehrmals laut mit "Gopfertoori!" angeschrien hat (ein Fluch, den man zwei Stunden vorher erst gelernt hat), und nachdem die Nachbarn ein paar mal "Ruhi, du düütscher Raudi!" aus dem Fenster gebrüllt haben, öffnet sich der Safe und man kann schlafen gehen. Am nächsten Tag fährt man nach Basel und spielt dort drei Tage in einem Haus, das mit folgendem ausgestattet ist: Hotel, Bar, Theater, zwei Restaurants, ein Michelinstern, eine Hausbrauerei und im Keller ein archäologisches Museum mit mittelalterlicher Stadtmauer. Und schließlich ist man völlig erschlagen: von der Schönheit dieser Städte, vom hüpfenden Eigensinn der Sprache und vom Preis für einen Döner (8,90 CHF). Und von der Frau am Büchertisch, die mir drei bunte Scheine hinlegt, sich von jedem Produkt ein Exemplar nimmt, mich anlächelt und im Weggehen sagt: "Zisch dr rapperfutter heidimdö dr rüttü rüttü rütütü." #autor #autorenleben #tourleben #textpost #geschichten #schweiz #schweizerdeutsch #schwyzerdütsch #kurzgeschichten

A post shared by Tilman Birr (@tilmanbirr) on

Mit der Kommunikation dürfte es bei seinem nächsten Auftritt einfacher werden. Am 28. März spielt er an der «Komischen Nacht» im deutschen Goslar.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*