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Basel

Täterin (75) muss drei Monate in Untersuchungshaft

Die 75-jährige Frau, die letzte Woche im Gotthelf-Quartier einen 7-Jährigen erstochen hat, sitzt in Untersuchungshaft. Das Motiv ist weiterhin unklar.

Am Donnerstagmittag wurde der 7-jährige M. auf seinem Schulweg von einer 75-Jährigen niedergestochen und erlag kurz darauf seinen Verletzungen im Spital. Eine Passantin fand das schwer verletzte Kind auf dem Trottoir und leistete sofort erste Hilfe. Die mutmassliche Täterin A.F.* entfernte sich nach der Tat in Richtung Schützemattpark, schreibt die Staatsanwaltschaft am Freitag in einer Mitteilung.

Sie teilte mittels SMS mehreren Personen und Institutionen mit, dass sie ein Kind niedergestochen habe. Danach stellte sich die Frau der Staatsanwaltschaft. Weitere Abklärungen ergaben, dass die in Basel wohnhafte 75-Jährige weder das Kind noch dessen Familie kannte. Untersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin ergaben, dass die Frau dem 7-jährigen M.* mit einem Messer eine schwere Stichverletzung am Hals zugefügt hatte.

Täterin hatte Schulden

Die Staatsanwaltschaft wird gemäss Mitteilung beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragen. Das Motiv der Tat sei noch nicht geklärt. Es bestehen jedoch aufgrund erster Erkenntnisse Zweifel an der Schuldfähigkeit der 75-Jährigen. Sie wir psychiatrisch begutachtet.

Laut Kriminalkommissär Peter Gill sitzt die Frau mittlerweile im Waaghof in Untersuchungshaft. Die Massnahme gilt vorerst für drei Monate. Derweil laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiter auf Hochtouren. Die Sonderkommission wurde laut Gill aufgelöst. Details über den Ermittlungsstand und das Motiv gibt Gill gegenüber Telebasel keine bekannt.

(Video: Telebasel)

Die 75-Jährige ist aber den Behörden bekannt. Das zeigt eine gemeinsame Recherche von Telebasel und 20 Minuten. Nach einem Konkursverfahren wurde sie spätestens 2008 bevormundet. Sie hatte Schulden über 100’000 Franken angehäuft. Wie es dazu kam, ist nicht bekannt.

Mutter des Opfers war nicht informiert

Wie am Freitag bekannt wurde, wusste die Mutter des verstorbenen Knaben am Tag des Verbrechens stundenlang nicht, was genau mit ihrem Sohn geschehen ist. «Die Mutter hat erst um 20 Uhr abends erfahren, dass ihr Sohn niedergestochen wurde. Bis dahin ging sie von einem Autounfall aus», sagt ein Bekannter der Familie zu «albinfo.ch». Auch Behörden und Ärzte hätten die Mutter nicht detailliert informiert.

«Die unfassbare Tat wurde in der Schule thematisiert»

Die Schüler seien heute normal zur Schule gegangen, sagt Simon Thiriet, Leiter Kommunikation beim Erziehungsdepartement gegenüber Telebasel. «In den einzelnen Klassenzimmern hat man dann die unfassbare Tat thematisiert, bevor dann an Unterricht zu denken war».

In gewissen Klassen habe dann aber wieder Unterricht stattgefunden. «Es wird je nach Alter und Betroffenheit unterschiedlich damit umgegangen».

(Video: Telebasel) 

*Name der Redaktion bekannt

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