Die umstrittene Laterne der Alten Garde der Alti Stainlemer. (Bild: Telebasel)

Basel

Sujet der Alten Garde der Alti Stainlemer ist fremdenfeindlich

Das Sujet der Alten Garde der Alti Stainlemer sorgte an der Basler Fasnacht für Aufsehen. Jetzt äussert sich die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus.

«Was hüt alles im Glaibasel woont, isch laider nümme so wie gwoont», findet die Clique Alti Stainlemer. «Dr Hansli schisst do fascht in d Hose, wenn är das Volgg gseht uf de Stroosse.» Wotsch über dr Claraplatz als goo, muesch fuffzää Sprooche hütt verstoo.» Und am Ende die direkteste Aussage: «Was schyyns sich Mänggi wünsche wurde, nit z vyyl Dirgge, Serbe, Kurde.» Mit ihrem Sujet hat die Alte Garde der Alti Stainlemer eine Kontroverse ausgelöst.

Rassismus-Kommission äussert sich

Dazu äussert sich jetzt auch die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR). Das Sujet sei geschmacklose und einfallslose Fremdenfeindlichkeit. Man begrüsse, dass sich der Stamm der Alti Stainlemer davon distanziert und sich dagegen ausgesprochen hat. Das schreibt die «bz basel» am Freitag.

Geschäftsführerin der EKR, Alma Wiecken, betone, dass an der Fasnacht mal mehr und mal weniger intelligent Grenzen ausgelotet würden. Teilweise werde an sehr derber Kritik nicht gespart. Die Sujets müssten deshalb auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Was aber nicht heisse, dass die Fasnacht als «Blankocheck» für rassistische Äusserungen zu verstehen sei.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Auch ein zweiter Fall wird durch die EKR geprüft. Der Zeedel der Harus-Waagis 2009. Dieser beleidigte den Studenten, der die Negro-Rhygass-Debatte angestossen hatte. Die EKR geht gemäss «bz basel» hier davon aus, dass es sich um eine Aktion von rechten Kreisen handelt. Offenbar wissen die Verfasser des Zeedels nicht mal, wie man «Waggis» schreibt, nennen sie sich doch Harus-Waagis.

Diese missbrauchten die Fasnacht, um rassistische und diskriminierende Äusserungen zu verbreiten. In beiden Fällen ermittelt derzeit die Basler Staatsanwaltschaft wegen Verletzung der Rassismus-Strafnorm. Es seien gemäss Sprecher Peter Gill rechtliche Abklärungen im Gang.

1 Kommentar

  1. Ich liebe die Fasnacht und auch die teilweise bissigen und aufzeigenden Sujets aber dieses Jahr bestimmte Rassismus die Fasnacht was ich sehr tragisch finde. ich habe teilweise Fotos gemacht und wenn ich mir so diese kostümierten Fasnächtler in schwarz oder braunen hautengen Anzügen mit Afroperrücke und Bastrock und knallroten dicken Lippen so anschaue wird mir richtig übel.Report

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