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Der Telebasel News-Beitrag vom 22. März 2019.

Basel

«Sie führte ein unauffälliges Leben»

Auch am ersten Tag nach der unfassbaren Tat ist unklar, wieso die 75-Jährige den Buben (7) umbrachte. Die mutmassliche Täterin ist psychisch labil.

Niemand versteht, wieso die 75-jährige A.F.* am Donnerstag Mittag den unschuldigen M.* im beschaulichen Gotthelf-Quartier auf dem Heimweg von der Schule mit einem Messer tötete. Sie hatte dem 7-Jährigen eine schwere Stichverletzung am Hals zugefügt, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag bestätigte.

Das Tatmotiv bleibt ein Rätsel. A.F. hatte sich Stunden nach der Tat selbst gestellt. Zuvor teilte sie telefonisch und per SMS mehreren Personen und Institutionen mit, dass sie ein Kind niedergestochen habe.

Zufällig ausgewählt

Ihr Opfer wählte sie offenbar zufällig aus. «Die Frau kannte das Kind nicht», so Kriminalkommissär Peter Gill. Die Tatverdächtige ist möglicherweise schuldunfähig. Eine psychiatrische Begutachtung wurde angeordnet. Über eine einschlägige Vorgeschichte oder frühere Behandlungen ist noch nichts bekannt.

Laut Kriminalkommissär Peter Gill sitzt die Frau mittlerweile im Waaghof in Untersuchungshaft. Die Massnahme gilt vorerst für drei Monate. Derweil laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiter auf Hochtouren. Die 75-Jährige werde zudem psychiatrisch begutachtet. Die Sonderkommission wurde laut Gill aufgelöst. Details über den Ermittlungsstand und das Motiv gibt Gill keine bekannt.

Die 75-Jährige ist den Behörden aber sehr wohl bekannt. Das zeigt eine gemeinsame Recherche von Telebasel und 20 Minuten. Nach einem Konkursverfahren wurde sie spätestens 2008 bevormundet. Sie hatte Schulden über 100’000 Franken angehäuft. Wie es dazu kam, ist nicht bekannt. Ebenso ist nicht bekannt, wo sie zuletzt wohnte. Aus einem Appartmenthaus, das gut einen Kilometer vom Tatort entfernt ist, zog sie im Juni letzten Jahres aus. Dann verliert sich die Spur von A.F.

Sie wohnte im obersten Stock

Ein ehemaliger Nachbar des Appartmenthauses erinnert sich an die Frau, die im obersten Stock der Liegenschaft wohnte – und «dort ein unauffälliges Leben führte». Gegenüber Telebasel zeigte er sich schockiert, dass A.F. die Tat begangen haben soll.

Der ehemalige Vermieter der 75-Jährigen sagt gegenüber «Blick», die Frau lebte einsam, bescheiden und sehr zurückgezogen. «Sie ist nie aufgefallen. Sie zahlte immer brav die Miete, nahm keine Drogen und war keine Alkoholikerin.» Die mutmassliche Täterin hatte nie Besuch, verliess das Haus nur, um ihre Einkäufe zu machen oder spazieren zu gehen.

Laut Vermieter sei die Frau auch nie in Haft oder in der Psychiatrie gewesen.

*Name der Redaktion bekannt

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