Zur tödlichen Attacke in der Nacht auf den 28. Juli 2018 kam es am unteren Rheinufer. (Bild: Telebasel)

Basel

«Sie nahmen in Kauf, dass er stirbt»

Am Basler Rheinbord wurde vergangenen Sommer ein 41-jähriger Portugiese brutal zu Tode geschlagen. Nun liegt die Anklage gegen die mutmasslichen Täter vor.

Es geschah in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 2018: Zwei Männer schlugen einen 41-jährigen Portugiesen mitten am Basler Rheinbord bewusstlos und liessen ihn liegen. Kurz darauf erlag das Opfer im Spital seinen Verletzungen. Er musste sterben, weil er dem Täter das Handy entwendet haben soll.

Zwei Personen konnten nach der Tat verhaftet werden (Telebasel berichtete). Ein 29-jähriger Slowene wird als Haupttäter verdächtigt. Die Polizei spürte ihn mittels eines Hinweises auf, nachdem sie ein Kopfgeld von 10’000 Franken ausgesetzt hatten. Ein 19-jähriger Spanier soll zudem Mittäter gewesen sein.

Der Telebasel News Beitrag vom 24. September 2018.

Streit wegen eines Handys

Am 16. April müssen sich die beiden Beschuldigten vor dem Basler Strafgericht verantworten. Nun liegt die Anklageschrift vor. Wie «20 Minuten» berichtet, sind die beiden Männer unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt. Die Anklage beschreibt die Szene, wie sie sich in der besagten Nacht im Juli 2018 zugetragen haben soll.

Das Opfer, der 41-jährige Portugiese, soll sich nach Mitternacht am Rheinbord zum hauptverdächtigen Slowenen gesetzt und ihn nach Geld gefragt haben. Der Slowene gab kein Geld, bemerkte aber im Nachhinein, dass sein Handy verschwunden war. Später begegneten sich die beiden im Geviert bei der Mittleren Brücke wieder und es kam zum Streit.

Der alkoholisierte Hauptverdächtige forderte angeblich sein Handy zurück und schlug und trat dann mehrere Male auf den Portugiesen ein. Schliesslich sei ein 19-jähriger Spanier, der mutmassliche Mittäter, dazu gekommen und habe dem Haupttäter, den er flüchtig kenne, mit Schlägen gegen das Opfer geholfen.

Geschlagen, getreten, fallen gelassen

«Mit ihren gezielten und äusserst brutalen Faustschlägen gegen den Kopf des komplett wehrlosen Opfers nahmen sie mindestens in Kauf, dass es stirbt», schildert die Basler Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift. Nach dem Angriff blieb der Portugiese mit dem Oberkörper auf einer der oberen Treppenstufen einer «Rhein-Bucht» liegen, sein Kopf hing herunter, wie es weiter heisst. Sein Handy konnte der Angreifer beim Opfer nicht finden.

Trotzdem übte er weiter an diesem Gewalt aus. So habe der «äusserst wütende» Beschuldigte den Mann am Hosengurt in die Höhe gehoben und auf die Treppe fallen lassen. Laut der Staatsanwaltschaft war es eine «rücksichtslose, brutale und komplett sinnlose Attacke». Das Opfer starb schliesslich an den Folgen eines stumpfen Schädel-Hirn-Traumas, stellte das Institut für Rechtsmedizin fest.

Kein unbeschriebenes Blatt

Der Hauptverdächtige ist Slowene und in Basel geboren. Laut Anklageschrift hat er bereits Schulden in Höhe von 200’000 Franken. Der gelernte Kaufmann hatte bereits verschiedene Jobs im Verkauf inne, versuchte sich unter anderem als Verkäufer von Autoteilen, wurde arbeitslos und bezog Sozialhilfe.

Der 29-Jährige ist zudem kein unbeschriebenes Blatt: Gemäss Staatsanwaltschaft ist er wegen Urkundenfälschung, fahrlässiger Körperverletzung, mehrfacher Drohung und mehreren Verkehrsdelikten vorbestraft. Zudem liess er sich auch Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz zu Schulden kommen.

Es droht der Landesverweis

Der mutmassliche Mittäter wurde in Spanien geboren und kam 2013 als 13-Jähriger in die Schweiz. Laut Anklageschrift hat er keine Vorstrafen und wirkt auf dem Papier gut integriert. Er habe ein Praktikum bei einem Detailhändler im Baselbiet gemacht, bevor er verhaftet wurde.

Sollten die beiden Beschuldigten wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt werden, droht ihnen der Landesverweis. Beide mutmasslichen Täter sind keine Schweizer Staatsbürger und bei der vorsätzlichen Tötung handelt es sich um eine Katalogstraftat.

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