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Der Telebasel News-Beitrag vom 21. März 2019.

Basel

Mutter wusste bis am Abend nichts von der Bluttat

Am Donnerstagnachmittag wurde ein Bub am St. Galler-Ring von einer 75-Jährigen niedergestochen. Der 7-Jährige verstarb nach einer Notoperation im Spital.

Der 7-jährige M. war nach Schulschluss um etwa 12:30 Uhr auf dem Weg nach Hause. Er war alleine auf dem Trottoir unterwegs, als er unweit der Primarschule Gotthelf plötzlich niedergestochen und lebensgefährlich verletzt wurde, schreibt die Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung

Bub war auf dem Heimweg

Die Klassenlehrerin, die sich ebenfalls auf dem Weg nach Hause befand, entdeckte das schwer verletzte Kind. Sie alarmierte sofort den Rettungsdienst. Der Notarzt und die Sanität versuchten über einen längeren Zeitraum hinweg, das Kind zu reanimieren. Der 7-Jährige wurde anschliessend in die Notfallstation des Kinderspitals gebracht und dort notoperiert. Wenig später erlag der Bub seinen schweren Verletzungen.

Augenzeugen berichten gegenüber «baz.ch/Newsnet», dass das Kind Verletzungen im Halsbereich aufwies und in einer grossen Blutlache lag. Anwohner berichteten zudem von einem Streit, den sie vor Ort gehört hätten. Beim Bub soll es sich um einen Kosovo-Albaner handeln, berichten diverse in und ausländische Medien.

75-Jährige stellt sich

Sofort wurde eine Fahndung eingeleitet. Dabei wurde eine ältere Frau festgestellt, die sich vom Tatort entfernte. Wenig später stellte sich eine 75-jährige Schweizerin bei der Staatsanwaltschaft und teilte mit, dass sie das Kind angegriffen habe.

Die Frau wurde festgenommen. Der Grund des Angriffs und der genaue Tathergang sind derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Kriminalkommissär Peter Gill im Inteview. (Video: Telebasel) 

Zum Tathergang und zum Motiv konnte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag noch keine Angaben machen. Auch die Frage, ob zwischen dem Opfer oder dessen Familie und der mutmasslichen Täterin eine Verbindung bestand, konnte die Staatsanwaltschaft nicht beantworten. Ermittlungen seien im Gang und man suche Zeugen, hiess es weiter. Die festgenommene Rentnerin wurde noch am Donnerstag einvernommen.

Mutter war nicht informiert

Wie am Freitag bekannt wurde, wusste die Mutter des verstorbenen Knaben stundenlang nicht, was genau mit ihrem Sohn geschehen ist. «Die Mutter hat erst um 20 Uhr abends erfahren, dass ihr Sohn niedergestochen wurde. Bis dahin ging sie von einem Autounfall aus», sagt ein Bekannter der Familie zu «albinfo.ch». Auch Behörden und Ärzte hätten die Mutter nicht detailliert informiert.

Weiter hole die Mutter für gewöhnlich ihren Sohn von der Schule ab. Dies war am Donnerstag nicht möglich, weil ihr jüngstes Kind an Fieber erkrankt war. Gemäss «albinfo.ch» wartete die Mutter zu Hause auf ihren Sohn, während der Vater bei der Arbeit war. Sie sei vor sieben Jahren von Albanien in der Schweiz gekommen, der Vater ist in Basel aufgewachsen.

Lehrer und Schüler werden betreut

Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestürzt und betroffen über den gewaltsamen Tod des Schüler.

Nach Angaben von Simon Thiriet, Leiter Kommunikation beim Erziehungsdepartement findet der Unterricht im Gotthelf-Schulhaus am Freitag so gut es möglich ist statt. «Das ist das Schlimmste, was einer Familie, einer Schule, einer Lehrperson und einer Klasse passieren kann», sagt er gegenüber Telebasel. «Es ist wichtig, dass morgen alle zusammenkommen, damit man mit dieser schrecklichen Tat umgehen kann».

Simon Thiriet, Leiter Kommunikation beim Erziehungsdepartement, zeigt sich bestürzt. (Video: Telebasel) 

Gedrückte Stimmung am Tatort

Rund um den Tatort am St. Galler-Ring herrscht gedrückte Stimmung. Die Anteilnahme ist gross, immer mehr Menschen legen Blumen nieder und zünden Kerzen an. Viele Eltern besuchen mit ihren Kindern den Tatort und es herrscht Fassungslosigkeit. «Ich bin sprachlos und das braucht viel», sagt ein Nachbar gegenüber Telebasel. Er steht unter Schock. «Meine Kinder gehen hier auch zur Schule.» Eine ältere Frau erzählt, dass die Polizei alle Häuser abgeklappert habe. «Ich kann das alles nicht verstehen, es ist ein solch tolles und junges Quartier».

(Video: Telebasel)

«Nein, nicht bei uns. Ich kriege gerade zittrige Knie», sagte eine Anwohnerin, die mit ihrem Hund am Tatort vorbeikommt. Nebenan eine in Tränen aufgelöste Frau. Sie sitzt auf der Bank und schluchzt nur. Und immer wieder kommen Eltern mit ihren Kindern an der Hand und legen Blumen nieder – Das Gotthelf-Quartier trauert um das aus dem Leben gerissene Kind.

Gemäss «20 Minuten» soll am Samstag um 14 Uhr in Basel ein Trauermarsch für den ermordeten 7-Jährigen stattfinden. Dazu wurde auf Facebook aufgerufen.

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