Derweil prangerte die Organisation Ärzte ohne Grenzen die Zustände im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos an. (Bild: Keystone)

International

Zahl der Migranten auf griechischen Inseln deutlich zurückgegangen

Die Zahl der auf den Ägäis-Inseln ankommenden Migranten ging drei Jahre nach Abschluss des Flüchtlingsabkommens zwischen der EU und der Türkei stark zurück.

In den Jahren 2017 und 2018 hätten jeweils rund 34’000 Menschen die Inseln erreicht, sagte die Sprecherin der EU-Grenzschutzbehörde Frontex, Ewa Moncure.

Im Jahr 2015 waren demnach noch mehr als 875’000 Migranten auf die Inseln gekommen. Ein Jahr später lag die Zahl bei 170’000 Menschen. Die meisten von ihnen seien vor dem Abkommen mit der Türkei vom März 2016 auf die Inseln gelangt. Mit Blick auf die derzeitige Situation sagte Moncure der Nachrichtenagentur AFP. Und: «Es gibt keine Flüchtlingskrise».

«Inakzeptable Bedingungen»

Derweil prangerte die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) die Zustände im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos an. Viele der Krankheiten, die Helfer der Organisation vor Ort behandeln, seien den «inakzeptablen Bedingungen» in dem Lager geschuldet, sagte die MSF-Koordinatorin auf Lesbos, Caroline Willemen. Demnach sind Migranten von psychischen Krankheiten und Beschwerden wegen mangelhafter Hygiene wie Durchfall und Atemproblemen betroffen.

Die türkische Regierung hatte vor drei Jahren zugesichert, alle neu auf den griechischen Inseln ankommenden Flüchtlinge zurückzunehmen und stärker gegen Schlepperbanden vorzugehen. Im Gegenzug leistete die EU Milliardenzahlungen an die Türkei für die dortigen Syrien-Flüchtlinge.

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