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Der Telebasel Talk vom 19. März 2019 mit Andreas Thiel.

Basel

Andreas Thiel: Zum letzten Mal im Tabourettli?

Ab Mittwoch zeigt Andreas Thiel im Tabourettli «Klassiker» aus 20 Bühnenjahren. Im Talk spricht er über Kritiker - und seine letzten Vorstellungen.

Vor eineinhalb Jahren gab Andreas Thiel das Ende seiner Bühnenkarriere bekannt. Aber der Satiriker mit dem Irokesen-Schnitt, der scharf austeilt, ist auch hart im Nehmen. Weder die Schawinski-Talkshow mit Legendenstatus, die aus dem Ruder lief, noch die Drohungen nach seiner umstrittenen Interpretation des Korans in der «Weltwoche» haben ihn davon abgehalten, immer wieder mal aufzutreten.

Sehenswert zu Thiels Koran-Artikel ist die Podiumsdiskussion, die die Luzerner Zeitung im November 2018 durchführte. Dort wartet der Satiriker nicht nur mit interessanten Hintergründen auf, etwa, dass er seither immer noch bedroht wird. Erkennbar wird auch, wie sich die bekannte Historikerin und Feministin Regula Stämpfli für Thiel und dessen Redefreiheit einsetzt:

(Video: Youtube/Luzerner Zeitung)

Dass er bereit ist, einzustecken, zeigt er auch auf seiner Internet-Plattform: Da versammelt er in fast schon masochistischer Manier die schlimmsten Sätze seiner Kritiker (er nennt sie «Linksintellektuelle»):

«Der humor- und geschmackloseste Abend, den man in dieser Stadt seit langem erleben konnte.» Max Pahl, «Der Bund», Bern

«Der Nerver ist zurück.» Linus Schöpfer, «Tages Anzeiger», Zürich

«Als Künstler ist er zu durchschaubar, als politischer Analyst zu flach.» Pedro Lenz, «Solothurner Zeitung», Olten

«Dass das Publikum Thiels Programme nicht mehr sehen will, hat nicht primär politische Gründe. Es findet ihn einfach nicht lustig, und das mit gutem Grund.» Manfred Papst, «NZZ am Sonntag», Zürich

Seine Abschiedsvorstellungen

Es gibt aber auch andere Wahrnehmungen: «Die Show ist ein flammendes und wortgewandtes Plädoyer für Denkfreiheit von einem, der sich durch niemanden den Mund verbieten lassen will, weder durch Politiker noch durch tote Propheten. Denn: «Das Gegenteil von Humor ist nicht die Ernsthaftigkeit, sondern die Empörung. Political Correctness ist für Thiel die Rache der Humorlosen. … » Als Vorzeigeliberaler übe er Kapitalismuskritik, schrieb Michael Graf in «Der Landbote».

Nun präsentiert Andreas Thiel an vier Abenden im Tabouretti des Theaters Fauteuil eine Auswahl aus seinen 20 Bühnenjahren. Das Fauteuil schreibt:

«Dass Thiel als Satiriker vielen zu schwarz war, lag an den Gegenständen seiner Betrachtungen: Folter, Krieg, Terror. Dass die Zuschauer die Theater trotzdem mit einem Lächeln verliessen, liegt an Thiels Sprache, denn keiner beherrscht die hohe Kunst, die düsteren Winkel der Politik mit dem hellen Schein der Poesie auszuleuchten, wie Andreas Thiel.

Speziell für die vier Tabourettli-Abende wird Andreas Thiels langjähriger Bühnenpartner Jean-Claude Sassine mit von der Partie sein. Dadurch werden einige Klassiker (wie z.B. «Die Lavendeltreppe») wohl ein allerletztes Mal zu sehen und zu hören sein».

Heisst das, Andreas Thiel beendet seine Bühnen-Karriere nun wirklich? Am Telefon bestätigt der Satiriker gegenüber Telebasel: «Das sind meine Abschiedsvorstellungen.»

1 Kommentar

  1. Ich war heute Abend in Basel. Extrem hochstehend, witzig, lässig, kurzweilig….ein Abend auf höchstem Niveau! Wünsche weiterhin viel Erfolg und Biss. Freundliche Grüsse DominikReport

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