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Der Telebasel Newsbeitrag vom 15. März 2019.

Basel

Klimaproteste: Jugendliche besetzen Kasernen-Areal

Seit Donnerstag demonstrieren Jugendliche weltweit für den Klimaschutz. Die Basler Klimaaktivisten haben aus diesem Grund das Kasernenareal besetzt.

«In Basel wurde bereits der Klimanotstand ausgerufen. Wir lassen aber noch lange nicht locker. Den symbolischen Klimanotstand auszurufen reicht nicht, jetzt müssen Taten folgen! Aus diesem Grund besetzen wir aktuell und noch bis Samstag Mittag das Kaserneareal», schreibt Klimabewegung Basel auf Ihrer Webseite.

Diesen Plan setzen die Klima-Teenager in die Tat um. Am Donnerstagabend 18 Uhr schlugen sie ihre Zelte auf dem Kasernen-Areal auf. Im Rahmen der Besetzung finden Konzerte, Workshops und Slam-Poetry-Veranstaltungen statt. Das «Klimaweekend Basel» gipfelt in einem Streik am  Freitagnachmittag.

Dezentrale Organisation

Die Organisatoren des Klimastreiks in der Schweiz fordern, dass die Schweiz den Klimanotstand ausruft, heisst es. Zudem solle die Schweiz bis im Jahr 2030 ihre «Treibhausgasemmissionen auf Null senken», dies ohne Kompensationstechnologien einzuplanen. Eine weitere Forderung ist «Klimagerechtigkeit».

Die Klimastreiks in der Schweiz werden von einer dezentralen Jugendbewegung organisiert, die weder an eine Partei noch an eine Organisation gebunden ist, wie es auf der Webseite der Organisatoren weiter heisst. Am 14. Dezember hatte der erste Klimastreik mit rund 300 Teilnehmenden in Zürich stattgefunden.

Unterdessen ist die Bewegung gewachsen. Anfangs Februar demonstrierten in 14 Schweizer Städten Tausende Schülerinnen und Schüler, Eltern, Grosseltern und andere Sympathisanten für einen besseren Klimaschutz und die Ausrufung des Klima-Notstands. Nach Angaben der Polizei waren es landesweit mehr als 38’000 Personen. Laut den Organisatoren waren es 65’000 Menschen.

Start in Neuseeland

Mit einer Demonstration in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington hatte am Freitag der weltweite Protesttag von Jugendlichen begonnen. Mit Plakaten mit Aufschriften wie «Die Zeit schmilzt weg» oder «Handelt jetzt oder schwimmt» zogen am Freitag hunderte Schüler und Studenten durch Wellington.

Die Schüler-Proteste gehen auf die schwedische Schülerin Greta Thunberg zurück. Sie hatte vergangenes Jahr begonnen, jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament für Klimaschutzmassnahmen zu demonstrieren, statt in die Schule zu gehen. Dafür wurde sie mittlerweile für den Friedensnobelpreis nominiert.

«Wandel am Horizont zu sehen»

«Wir erleben nur den Anfang», schrieb Thunberg im Kurzmitteilungsdienst Twitter zu der jüngsten Protestwelle. «Ich denke, dass der Wandel am Horizont zu sehen ist und die Menschen für ihre Zukunft aufstehen.»

Trotz anhaltender Warnungen von Wissenschaftlern vor den Folgen der Erderwärmung hat der weltweite Ausstoss von klimaschädlichem Kohlendioxid in den vergangenen zwei Jahren neue Rekordwerte erreicht. Laut einem Bericht des Weltklimarats IPCC vom Oktober kann nur ein grundlegendes weltweites Umsteuern eine globale Klimakatastrophe verhindern.

Mehr dazu in den Telebasel News vom 15. März 2019 um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich. 

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