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Beitrag in den Telebasel News vom 11. März 2019.

Basel

Ruhiger Morgestraich für Licht-Kontrolleure

Kaum etwas vermiest den Morgestraich so sehr, wie ein leuchtendes Schaufenster. Deshalb hat das Comité erneut Licht-Kontrolleure auf die Strasse geschickt.

Noch 10 Minuten und dann schlägt es 4 Uhr. Urs Huber (63) und sein Team stehen an der Schifflände bereit und warten auf ihren Einsatz. Ihre Mission: Licht-Sünder aufspüren und die leuchtenden Störfaktoren provisorisch abkleben. Bereits zum zweiten Mal in Folge hat das Fasnachts-Comité die Licht-Kontrolleure aufgeboten.

«Das Kleinbasel ist weniger problematisch»

Mit Schere, Folie, Klebeband und Leiter im Gepäck, teilen sich die Sicherheitsleute der Firma b.i.g. in zwei Teams auf. Während Chef Urs Huber mit seinem Kollegen das Kleinbasel übernimmt, kümmern sich Nino Manco (25) und Jawad Amini (30) um die Grossbasler-Seite. «Das Kleinbasel ist bedeutend weniger problematisch», erzählt Urs.

Urs Huber,b.i.g. Sicherheit und Service AG, im Interview. (Video: Telebasel)

Zu beneiden sind die Herren wirklich nicht. Auch ohne Material ist es schon schwierig, sich durch die Massen zu kämpfen, auch wenn dieses Jahr «nicht so viel los ist», merkt Nino an. Doch für die Fasnacht ginge das in Ordnung, es «macht sogar Spass», meint Urs.

Keine fünf Minuten ist die Fasnacht alt, schon ist der vermeintlich erste Licht-Sünder gefunden. Bei einem Hauseingang am Fischmarkt brennt noch Licht. Als Die Grossbasler Equipe gerade ihren Folie auspackt, kommt plötzlich ein Mann die Treppe hinunter gelaufen. Mit einer Handbewegung entschuldigt er sich bei den Kontrolleuren und kippt den Lichtschalter um. «Schön, wenn sich die Arbeit von selber erledigt», sagt Nino Manco schmunzelnd.

Aktion zeigt Wirkung

Weiter geht es in Richtung Marktplatz und Freie Strasse. 2018 haben hier besonders viele Geschäfte vergessen, das Licht auszuschalten. «Das Resultat letztes Jahr war beschämend, es gab riesige Läden die einfach alles brennen liessen. Wir konnten gar nicht alles abdecken». Und dieses Jahr?

Die Arbeit der Licht-Polizei scheint Wirkung zu zeigen. «Im Vergleich sind es dieses Jahr viel weniger», sagt Nino. Trotzdem, ein Hauseingang im Pflugässlein strahlt auf die Strasse. Zügig gehen die Männer ans Werk und keine 10 Minuten später, sind die Scheiben abgedeckt. Zum Schluss wird noch ein Poster mit der Aufschrift, «Wär s Liecht aalosst am Morgestraich, isch (under uns gsait) biirewaich!» aufgehängt.

Auch der «Coop to go» am Barfüsserplatz hat vergessen, seinen Schriftzug abzudecken. Das sollte der Detaillist mit Hauptsitz in Basel mittlerweile eigentlich besser wissen.

Comité entscheidet, wer gebüsst wird

Dass die Lichter am Morgestraich auszuschalten sind, ist sogar von der Polizei geregelt. In den Polizeivorschriften betreffend die Fasnacht steht unter § 3, Abs. 6 verankert:

Am Fasnachts-Montag (Morgestraich) sind Reklame-, Schaufenster- und Restaurationsbeleuchtungen in der Fasnachtszone von 03.30 bis 06.30 Uhr gegen die Strasse, bzw. Allmend hin zwingend auszuschalten oder abzudecken.

Im Extremfall droht gar eine Verzeigung. Das ziehe neben einer Busse Verfahrenskosten von mindestens 200 Franken nach sich. Ob die fehlbaren Läden eine Busse bekommen, muss das Fasnachts-Comité entscheiden. Aber: «Im uns überblickbaren Zeitraum wurde noch nie jemand gebüsst», sagt Martin Schütz, Sprecher der Polizei Basel-Stadt .

Und so läuft der Morgestraich für die Licht-Kontrolleure eher ruhig ab. Nach getaner Arbeit geht es für die Sicherheitskräfte aber nicht etwa nach Hause. Etwas erschöpft meint Nino: «Wir müssen jetzt noch den Baloise-Park bewachen».

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